Testspiel-Klatsche: «7 Stunden im Zug waren nicht optimal» – Bachmann jammert nach Nati-Debakel

Publiziert

Testspiel-Klatsche«7 Stunden im Zug waren nicht optimal» – Bachmann jammert nach Nati-Debakel

Nach dem desaströsen Auftritt der Schweizer Frauen-Nati im Testspiel sieht Ramona Bachmann einen Grund für die Pleite in der mühsamen Anfahrt. Ihr Trainer Nils Nielsen will davon nichts wissen. 

von
Florian Gnägi
1 / 3
Ramona Bachmann und ihre Teamkolleginnen geraten gegen Deutschland brutal unter die Räder.

Ramona Bachmann und ihre Teamkolleginnen geraten gegen Deutschland brutal unter die Räder.

Getty Images
Bachmann und ihre Teamkolleginnen reisten in einer siebenstündigen Zug-Fahrt nach Deutschland.

Bachmann und ihre Teamkolleginnen reisten in einer siebenstündigen Zug-Fahrt nach Deutschland.

freshfocus
Nils Nielsen meint: «Das ist egal, ob du im Zug fährst oder nicht.»

Nils Nielsen meint: «Das ist egal, ob du im Zug fährst oder nicht.»

freshfocus

Darum gehts

  • Die Schweizer Frauen-Nati verliert das vorletzte Testspiel vor der EM gegen Deutschland mit 0:7.

  • Nach der Kanterniederlage kritisiert Ramona Bachmann die Anreise mit dem Zug.

  • Nati-Trainer Nils Nielsen sieht darin keinen Grund für die debakulöse Pleite.

  • Nun steht für die Nati am Donnerstag die EM-Hauptprobe gegen England an.

«Es ist nicht nur ein Freundschaftsspiel, sondern eine grosse Möglichkeit zu zeigen, dass wir bereit sind für die Endrunde in England», meinte Nati-Trainer Nils Nielsen an einer Medienkonferenz vor dem Test-Kracher gegen Deutschland. 

 Gegen den grossen Nachbarn waren die Schweizerinnen dann aber zu keiner Sekunde wirklich bereit und kassierten rund zwei Wochen vor dem EM-Auftaktspiel gegen Portugal eine regelrechte Ohrfeige. Wie alle anderen Nati-Spielerinnen gelang auch PSG-Star Ramona Bachmann gegen die Deutschen kaum etwas.

«Egal, ob du im Zug fährst oder nicht»

«Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Wir sahen sehr müde aus», sagte die frisch verlobte Teamleaderin im SRF-Interview nach dem Testspiel-Debakel. Dann betonte Bachmann zunächst, keine Ausreden suchen zu wollen, nur um dann doch noch eine anzubringen. «Wir haben zwei sehr schwierige Wochen hinter uns und waren alle nicht auf unserem Top-Level. Sieben Stunden im Zug zu sitzen vor einem Match war sicher nicht optimal.»

Die Nati war nämlich nicht etwa mit dem Flugzeug, sondern mit dem Zug nach Erfurt gereist und dies sogar «nur» in der zweiten Klasse. Als 20 Minuten Bachmanns Coach Nielsen nach der Partie auf die Aussagen seiner Spielerin anspricht, ist er nicht ganz gleicher Meinung. «Das ist egal, ob du im Zug fährst oder nicht», meint der Däne und fügt an, dass man selber Schuld an der hohen Niederlage gewesen sei.

Flug-Reise wäre gleich lang gewesen

«Eine so lange Zugfahrt war sicher kein Vorteil, aber definitiv nicht der Grund dafür, dass wir heute verloren haben», so Nielsen, der nun seine Mannschaft auf das nächste Testspiel gegen England am kommenden Donnerstag im Letzigrund (ab 18.00 Uhr bei uns im Ticker) vorbereiten muss.

Weil die Reise mit dem Flugzeug ebenso zeitaufwändig gewesen wäre wie im Zug, entschied sich der SFV für den Schienenweg. Die Nati-Kickerinnen fuhren dabei «nur» in der zweiten Klasse, da gemäss dem Verband die zweite Klasse in einem modernen ICE schon genug Komfort biete und daher kein Upgrade nötig gewesen wäre zur optimalen Spielvorbereitung.

Gegen England wieder mit Wälti?

Das Testspiel gegen EM-Gastgeber England wird für die Nati nun wieder ein echter Prüfstein und die Hauptprobe vor der Euro darstellen, bevor sie am 9. Juli in Leigh gegen Portugal antreten muss. Vielleicht wird bis dann auch Captain Lia Wälti wieder fit.

Die Arsenal-Söldnerin hatte sich im Training am letzten Montag am rechten Oberschenkel verletzt und verpasste daher wegen einer Muskelzerrung die Partie in Erfurt. «Die Schweizer Nati ohne Wälti ist wie ein Schwingfest ohne Christian Stucki», kommentierte Nati-Trainer Nils Nielsen den Ausfall seiner Leistungsträgerin vor dem Deutschland-Spiel und dürfte nach dem 0:7-Debakel gegen Deutschland nun umso mehr auf eine baldige Rückkehr Wältis hoffen.

Deine Meinung

40 Kommentare