Aktualisiert 03.02.2005 13:07

«Alles auf Zucker!»

7 Tage Totenwache – da müssen die verfeindeten Brüder durch

Der Schweizer Dani Levy hat mit «Alles auf Zucker!» eine deutsch-jüdische Komödie gedreht, bei der es ziemlich ab- geht.

Jakob Zuckermann, der sich Jaeckie Zucker nennt, steckt tief in der Krise: Der ehemalige DDR-Sportreporter ist leidenschaftlicher Billard-Spieler, hat eine Menge Schulden und seine Frau möchte sich scheiden lassen. Da kommt es ihm gelegen, dass seine Mutter stirbt und ein fettes Erbe lockt.

Eine Auflage ist gemäss dem Testament allerdings zu erfüllen: Das Erbe wird nur dann ausbezahlt, wenn sich Jaeckie und sein verfeindeter jüdisch-orthodoxer Bruder an die Tradition halten und zusammen sieben Tage Totenwache halten. Dies wird für Jaeckie, der seine jüdischen Wurzeln verdrängt, zusätzlich zum Problem, weil er sich für das mit 100 000 Euro dotierte Billardturnier angemeldet hat.

Dem Schweizer Regisseur Dani Levy («Meschugge», «Väter») ist mit «Alles auf Zucker!» eine fulminante Komödie gelungen. Neben den ausgezeichneten Schauspielern – Henry Hübchen als Jaeckie und Hannelore Elsner als dessen Frau – überzeugt der Film durch gutes Pointen-Timing, kluge Dialoge und eine feine politische Unkorrektheit. Einziger Vorbehalt: Der Schluss wird ein bisschen dick aufgetragen – weniger wäre mehr gewesen.

«Alles auf Zucker!» neu im Kino Frosch

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