wutbewältigung: 7 Wege, wie du deiner Wut Luft machst
Für die Gesundheit ist es langfristig wichtig, den Ärger rauszulassen.

Für die Gesundheit ist es langfristig wichtig, den Ärger rauszulassen.

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wutbewältigung7 Wege, wie du deiner Wut Luft machst

Die Wut ständig runterschlucken ist auf Dauer nicht gesund. Wir zeigen dir Strategien, die dir helfen können, sie loszuwerden.

von
Johanna Senn

Ärger ist eine unangenehme Emotion. Selbst wenn der Streit vorbei ist und du deinem Gegenüber eigentlich schon vergeben hast, kann sich die Wut doch hartnäckig an dir festkrallen. Dabei ist nichts falsch dabei, Wut und Ärger zu empfinden. Meist existieren diese Gefühle nicht grundlos, sondern können einem aufzeigen, dass zum Beispiel ein Bedürfnis nicht erfüllt ist oder ernst genommen wird.

Doch es ist auch wichtig, seine Wut rauszulassen. Denn wenn du wütend bist, schüttet der Körper Cortisol, Adrenalin und andere Stresshormone aus, die Körperfunktionen wie deine Atmung und deinen Herzrhythmus beeinflussen. Ähnlich wie chronischer Stress kann auch lang anhaltende Wut auf die Gesundheit schlagen und das Risiko für Herzkrankheiten, Geschwüre und Darmkrankheiten erhöhen. Darum ist man immer gut beraten, die Wut rauszulassen. Wir zeigen dir sieben Wege, wie das ein bisschen einfacher geht.

1. Sei ehrlich mit dir

Du möchtest so cool wie möglich erscheinen und darum dir und deiner Partnerin oder deinem Partner gegenüber nicht eingestehen, dass du eigentlich (noch) sauer bist? Damit du den Ärger überhaupt loslassen kannst, ist es wichtig, dass du dir als erstes eingestehst, was du fühlst. Es kann helfen, wenn du zum Beispiel laut heraus sagst, dass du gerade wütend bist. Wenn du jemand bist, der den Menschen gerne schnell vergibt und einfach weitermachen möchte, kannst du dir auch vorstellen, was du einer Freundin oder einem Freund in derselben Situation raten würdest. Es ist nämlich vollkommen okay, wütend zu sein.

2. Schreib es dir auf

Hast du dir einmal eingestanden, dass du wütend bist, ist seine Gefühle aufzuschreiben eine gute Strategie, die Wut auch loszulassen. Regelmässig so etwas wie ein Tagebuch zu führen ist sowieso eine gute Idee, denn das freie Schreiben erlaubt es eher, den Gefühlen freien Lauf zu lassen. Die Gefühle auszudrücken hilft auch dabei, sie zu regulieren.

Freies Schreiben kann dir dabei helfen, deine Gefühle zu verarbeiten.

Freies Schreiben kann dir dabei helfen, deine Gefühle zu verarbeiten.

Pexels/Cristian Rojas

3. Atme durch

Wut spielt sich nicht nur im Kopf ab, wir fühlen sie auch physisch. Denn auch dein Nervensystem reagiert auf die Emotion. Aber es gibt Wege, wie du auch dieses regulieren kannst. So können Atemübungen helfen, deine Wut zu regulieren. Lege dazu eine Hand auf deinen Brustkasten und eine Hand auf deinen Bauch. Dann atmest du langsam durch die Nase ein und aus und versuchst die Atemzüge so gut wie möglich im Körper zu spüren. Langfristig können dich auch Meditationsübungen bei der Verarbeitung von Emotionen wie Wut unterstützen.

4. Beweg dich

Falls du gar nichts mit langsamen Atemübungen anfangen kannst oder du am liebsten auf etwas draufhauen möchtest, dann ist Sport eine gute Idee. Bewegung unterstützt den Abbau der Botenstoffe, die durch Wut ausgeschüttet werden. Ob du lieber eine Runde joggen gehst oder einen zügigen Spaziergang durch den Wald machst, ist natürlich dir überlassen. Wenn du ein grosser Sportmuffel bist, kannst du zum Beispiel auch einfach einmal deine Wohnung tiefenreinigen. Hauptsache, du bewegst dich und hilfst deinem Kopf, auf andere Gedanken zu kommen.

5. Such dir eine gesunde Ablenkung

Wenn du erst einmal runterkommen musst, bevor du dich mit deiner Wut auseinandersetzen kannst, mag etwas Ablenkung helfen. Vielleicht unterstützt dich ein Gespräch mit Freunden oder deine Lieblingsserie dabei, den Kopf frei zu bekommen. Dabei solltest du aber darauf achten, ob du einfach kurz eine Pause brauchst oder ob du deine Gefühle gerade herunterschluckst. Im Idealfall solltest du dich nach deiner kurzen Ablenkung etwas besser fühlen.

Beschäftigungen, wie etwa mit deinem Haustier zu kuscheln, sind eine gesunde Ablenkung.

Beschäftigungen, wie etwa mit deinem Haustier zu kuscheln, sind eine gesunde Ablenkung.

Pexels/Samson Katt

6. Beruhig dich und rede dann drüber

Am Besten beginnst du ein Gespräch mit der Person, die dich wütend gemacht hat, nicht gerade dann, wenn du eh schon auf 180 bist. Nachdem du etwas heruntergefahren hast, kann es dir bei der Verarbeitung deiner Wut helfen, wenn du der anderen Person sagst, dass und wieso du wütend bist. Tipps zum fairen Streiten haben wir bereits einmal für dich zusammengestellt.

7. Spreche mit einer Fachperson

Wenn dich deine Wut in deinen Beziehungen und deinem Leben zu beeinflussen beginnt, mag dies ein guter Zeitpunkt sein, um mit einer Fachperson darüber zu sprechen. Auch wenn dich dein Ärger in deinem Alltag nicht stört, kann es dennoch helfen, mit jemandem darüber zu sprechen und sich Hilfe zu suchen, um weitere Strategien der Wutbewältigung zu lernen. Es ist nichts falsch daran, wütend zu sein und es ist nichts falsch daran, sich Hilfe zu suchen.

Hast du gute Strategien dazu, wie du mit Wut umgehst? Schreib es uns in die Kommentare.

Deine Meinung

15 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Armin Schütze

05.04.2021, 06:33

Ich drucke ein Bild von Berset aus, befestige es an einem Baum und nehme Pfeil und Bogen. Manchmal nehme ich aber auch unsere Pianistin wenn es ganz arg ist.

Suzi Quatro

04.04.2021, 20:26

Wenn ich eine Wut in mir habe, gehe ich in die Garage, nehme meine Fender (elektrische Gitarre) zur Hand, und leg los: Tut unheimlich gut!

Alles geht vorüber

04.04.2021, 20:17

Ich durfte meine Wut nie ausleben. Immer schön brav und Anständig etc. .....Irgendwann bekam ich Gallensteine und Magenprobleme. Meine Wut schrie ich irgendwann raus oder ich lief den Hügel hoch....später lernte ich eine Atemtechnik, denn Wut hat auch mit Ängsten zu tun. Heute bin ich soweit, das wenn es mich wieder einmal einholt ich Atme, die Wut fühle und nach 5 min. ist der Spuk vorbei.....