Flüchtlinge: 70 Menschen sterben auf dem Mittelmeer

Aktualisiert

Flüchtlinge70 Menschen sterben auf dem Mittelmeer

Bei der Überfahrt von Libyen nach Europa sind laut fünf überlebenden Flüchtlingen mindestens 73 Menschen gestorben. Ein Helikopter der europäischen Grenzpatrouille Frontex sichtete am Freitag sieben Leichen.

Die Überlebenden aus Eritrea gaben an, vor drei Wochen von der libyschen Küste aufgebrochen zu sein. Keines der Boote, denen sie während der Fahrt begegnet seien, habe sie aufnehmen wollen.

Leichen wurden über Bord geworfen

Sie drifteten tagelang in einem Zwölf-Meter-Schlauchboot, wie es von Schlepperbanden häufiger schon eingesetzt wurde, südlich von Lampedusa, bevor sie dann gerettet wurden. Der Treibstoff war ihnen ausgegangen. Die Leichen hatten sie über Bord geworfen.

Der römische Innenminister Roberto Maroni ordnete eine Untersuchung der Angaben der Flüchtlinge an. Die fünf Überlebenden kamen in sehr schlechter Verfassung an, sahen aus wie «Skelette», so berichteten Helfer.

Immer wieder Dramen

Im Mittelmeer spielen sich immer wieder Flüchtlingsdramen ab. Migranten machen sich mit see-untauglichen Booten auf den Weg, oft kommen sie völlig entkräftet an Land, immer wieder gibt es viele Tote.

Jedoch erreichen kaum noch Boote aus Libyen Lampedusa, weil Tripolis und Rom sie seit einigen Monaten in einer gemeinsamen und höchst umstrittenen Aktion in internationalem Gewässer abfangen und nach Libyen zurückbringen. In der Vereinbarung hat sich Libyen auch verpflichtet, die Kontrollen an den Küsten des Landes zu verstärken.

(sda)

Deine Meinung