Zürich: 70 neue Trams – Auswahlverfahren harzt
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Zürich70 neue Trams – Auswahlverfahren harzt

Fünf Tram-Hersteller haben sich um einen Grossauftrag der VBZ beworben. Allerdings warten sie schon seit sechs Monaten auf den Entscheid. Warum es so lange dauert, ist unklar.

von
som
Die VBZ brauchen neue Trams. Allerdings verzögert sich das Auswahlverfahren.

Die VBZ brauchen neue Trams. Allerdings verzögert sich das Auswahlverfahren.

Diese fünf Firmen brauchen momentan viel Geduld. Sie alle möchten 70 neue Trams für die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) herstellen, ab Ende 2016 werden diese stückweise in Betrieb genommen. Wer die Bewerber sind, verraten die VBZ nicht. Drei davon sind aber schon bekannt: Bombardier, Siemens und Stadler.

Im April 2013 haben sie ihre Offerten eingereicht – anschliessend wurden sie von Fachleuten der VBZ während sechs Monaten begutachtet und vom Stadtrat gewichtet. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet der Verkehrsrat, das politische Führungsorgan des kantonalen Verkehrsverbundes. Dieser wollte sich Ende 2013 entscheiden.

Warum es so lange dauert, ist unklar

Dies hat er aber bis jetzt noch nicht getan. Warum es so lange dauert und wann ein Entscheid gefällt wird, wird nicht bekannt gegeben. Auf Anfrage des «Tages-Anzeiger» sagte die Volkswirtschaftsdirektion lediglich: «Das Ausschreibungsverfahren ist noch am Laufen. Deshalb können wir Ihnen zurzeit inhaltlich keine Angaben machen. Wegen des beträchtlichen Investitionsvolumens ist es angezeigt, dass hier ein fundierter Entscheid gefällt wird.»

Komplizierend für das Auswahlverfahren ist, dass die VBZ von den Herstellern zwei Offerten verlangt haben. Eine für die 30 Trams, die sie bis 2019 brauchen, mit der Option für 40 weitere bis 2023. Die andere Offerte für 70 Trams aufs Mal. Trams in Mitteleuropa kosteten in den letzten Jahren soweit bekannt zwischen 3,6 und 4,3 Millionen Franken pro Stück. 70 neue Trams kommen so auf 250 bis 300 Millionen Franken. Zürichs neues Tram muss einen durchgehend niedrigen Boden haben, 43 Meter lang sein – 7 Meter mehr als die Cobra – und gegen 250 Fahrgäste schlucken.

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