Schaffhausen: 70 wollen Wächter auf der Munot-Festung werden
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Schaffhausen70 wollen Wächter auf der Munot-Festung werden

Die Stadt Schaffhausen sucht einen neuen Wächter für ihre Munot-Festung. 70 Personen haben sich beworben. Viele davon stellen sich den Job allerdings zu romantisch vor.

von
som

Er wohnt in einem Turm und muss jeden Abend um neun Uhr das Glöckchen läuten – der Wächter des Schaffhauser Munots. Zehn Jahre lang hat Christian Beck mit seiner Frau Christine auf der Festung aus dem 16. Jahrhundert gelebt und gearbeitet. Da er im Frühling 2017 pensioniert wird, hat die Stadt die Stelle letztes Jahr ausgeschrieben.

Die Frist ist nun abgelaufen. 70 Bewerbungen sind eingegangen, wie es beim städtischen Personaldienst auf Anfrage heisst. Davon stammen 15 von Frauen. Peter Uehlinger, Präsident des Munotvereins, überrascht es nicht, dass so viele diesen Job haben wollen: «Als wir zum letzten Mal vor zehn Jahren einen Munot-Wächter suchten, war die Zahl ähnlich hoch.»

Viele haben falsche Vorstellungen vom Job

Uehlinger glaubt aber, dass viele Bewerber falsche Vorstellungen haben: «Sie denken vielleicht, es ist romantisch und idyllisch, Munotwächter zu sein.» Tatsächlich sei es aber ein knochenharter Job: «Er muss Abwartsdienste übernehmen, sich um die Hirsche auf dem Gelände kümmern, Führungen durch die Festung machen und bei Veranstaltungen mithelfen.» Unregelmässige Arbeitszeiten und Wochenend-Einsätze seien Pflicht.

Deshalb werde man auch eine strenge Auswahl treffen, so Uehlinger: «Wir suchen jemanden, der kommunikativ, handwerklich begabt und sich nicht zu schade zum Putzen ist.» Wichtig sei auch die körperliche Fitness, denn der Wächter muss täglich viele Treppenstufen überwinden. In den nächsten Tagen geht er die Bewerbungen mit der Stadt gemeinsam durch, im März werden mit den vielversprechendsten Kandidaten Gespräche geführt.

Wann der neue Munot-Wächter genau anfangen soll, steht noch nicht ganz fest. «Wir haben keine Eile. Christian Beck wird ja erst in 14 Monaten pensioniert», so Uehlinger. Sein Nachfolger soll ihm aber in diesem Sommer über die Schulter gucken: «Damit er möglichst gut vorbereitet ist.»

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