Herisau AR: 7000 Münzen fürs Steueramt einbetoniert

Aktualisiert

Herisau AR7000 Münzen fürs Steueramt einbetoniert

Ein Appenzeller Künstler betonierte seine Steuerschuld in eine Skulptur und forderte den Fiskus zum Rausmeisseln auf. Stattdessen kamen jugendliche Diebe.

von
Gabi Schwegler

Herr und Frau Schweizer zahlen ihre Steuern per Einzahlungsschein. Nicht so der Appenzeller Künstler Silvan Köppel: Er betonierte 7000 Münzen im Wert von 8850 Franken in einen Kubus und platzierte den «Kohlaklotz», verziert mit Skulpturen von Amtsschimmel und Pleitegeier, letzten Freitag vor der Steuerverwaltung in Herisau. Doch statt der Steuerbeamten, denen er Hammer und Meissel übergab, um das Geld aus dem Sockel zu spitzen, machten sich beim Eindunkeln Jugendliche am Sockel zu schaffen: Sie meisselten – unter den Augen von zahlreichen Schaulustigen – rund 20 Prozent des Sockels weg und steckten das freigelegte Geld ein.

Darauf rückte eine Polizei-Patrouille aus und bat den Künstler, den «Kohlaklotz» noch in der Nacht abzuholen. «Der Sockel gleicht jetzt zwar einem Apfelbitzgi. Aber mein Ziel, die Passanten aus ihrer Alltagsblindheit aufzurütteln, habe ich erreicht», freut sich Köppel. Jetzt thronen Amtsschimmel und Pleitegeier über Reute AR, der Heimatgemeinde des Künstlers. Und die Steuerverwaltung in Herisau muss weiterhin auf Köppels Geld warten. «Das Kunstwerk gefällt mir sehr», sagte Reto Müller von der Steuerverwaltung gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». «Aber es würde uns nie einfallen, die Münzen aus dem Sockel zu spitzen.»

Deine Meinung