Nach Trunk im Wirtshaus: 71-jähriger Mann im Schnee erfroren
Aktualisiert

Nach Trunk im Wirtshaus71-jähriger Mann im Schnee erfroren

Nach einem Beizenbesuch am Samstag vor einer Woche ist der alkoholisierte Jakob M. in Teufen AR im Schnee erfroren. Er befand sich nur 300 Meter vom Gasthaus entfernt.

von
ann
Jakob M. aus Gais machte sich am Samstag, 27. Oktober, gegen 21 Uhr im Schneetreiben auf den Heimweg. Er kam aber nur 300 Meter weit und erfror in der selben Nacht im Schnee.

Jakob M. aus Gais machte sich am Samstag, 27. Oktober, gegen 21 Uhr im Schneetreiben auf den Heimweg. Er kam aber nur 300 Meter weit und erfror in der selben Nacht im Schnee.

Vier Tage lang wurde Jakob M. vermisst. Am Samstag entdeckte ihn eine Frau in Teufen AR - er lag tot in einer Wiese. Nun ist klar: Der 71-jährige ist erfroren. Ein Gewaltdelikt kann ausgeschlossen werden, wie die Ausserrhoder Kantonspolizei am Dienstag mitteilte.

Das sei das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin in St. Gallen. Der Witwer lebte alleine in Gais AR. Am Abend des 27. Oktobers besuchte er ein Restaurant in Teufen. Als er die Beiz gegen 21 Uhr verliess und zum letzten Mal lebend gesehen wurde, war der Mann gemäss Polizei alkoholisiert.

Suchaktion mit Spürhund

Am 31. Oktober meldete ein Nachbar von Jakob M. der Polizei, dass dieser seinen Briefkasten nicht mehr leere. Die Polizei informierte die Schwester von M. und startete eine Suchaktion. Die Umgebung seines Wohnorts und die Umgebung des Restaurants in Teufen wurden abgesucht. Bei der Suchaktion kam auch ein Spürhund zum Einsatz.

«Das Problem war», sagte Polizeisprecher Willi Moesch, «dass in Nacht auf den 28. Oktober im Appenzellerland gegen 30 Zentimeter Schnee fielen». Aus diesem Grund blieb die Suche mit dem Hund ohne Erfolg.

Alkoholisiert wird die Kälte falsch eingeschätzt

Auch eine an Allerheiligen begonnene Öffentlichkeitsfahndung nach dem vermissten Witwer brachte keinen Erfolg. Erst an Allerseelen wurde die Leiche des Manns in einer Wiese in Teufen gefunden - «gerade einmal 300 Meter vom Restaurant entfernt, in dem er sich zuletzt aufgehalten hatte», wie Polizeisprecher Willi Moesch sagt.

Dass Menschen in der Schweiz erfrieren, kommt relativ selten vor. Moesch schliesst nicht aus, dass der Mann das Lokal verliess, eine Gasse hinabging und in der Wiese seine Notdurft verrichten wollte. Was danach passierte, ist völlig unklar. Laut Moesch besteht bei starker Alkoholisierung die Gefahr, die Kälte falsch einzuschätzen. (ann/sda)

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