Flüchtlingstragödie: 71 Tote – Fahrer will nichts gewusst haben
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Flüchtlingstragödie71 Tote – Fahrer will nichts gewusst haben

71 Menschen sind erstickt, während er am Steuer sass. Doch er will nichts von den Flüchtlingen an Bord gewusst haben, wie einer der LKW-Fahrer jetzt aussagt.

von
pat
Tote Flüchtlinge in Österreich: Hier wird der Todes-LKW mit den Leichen abgeschleppt.

Tote Flüchtlinge in Österreich: Hier wird der Todes-LKW mit den Leichen abgeschleppt.

71 Flüchtlinge starben vergangenen Freitag qualvoll in einem Kühllastwagen auf der Reise von Ungarn nach Österreich. Der Mann, der den LKW gefahren haben soll, gibt an, er habe nichts von den Menschen an Bord gewusst.

Die toten Flüchtlinge stammen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, wie die österreichische Polizei am Freitag mitteilte. Die Opfer seien bislang noch nicht identifiziert. Unter ihnen sind auch vier Kinder.

Die Polizei hatte am 27. August in einem an einer österreichischen Autobahn abgestellten Lastwagen die stark verwesten Leichen entdeckt. Im benachbarten Ungarn waren daraufhin mehrere Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden.

Fahrlässige Tötung

Der angebliche Fahrer des LKW muss sich laut Staatsanwaltschaft wegen Beteiligung an einem kriminellen Schlepperring und fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

In dem Fall ist die zentralungarische Stadt Kecskemet zuständig, weil der LKW von dort losfuhr, um die Flüchtlinge nahe der Grenze zu Serbien einzusammeln. Die österreichische Polizei ging bereits davon aus, dass die Flüchtlinge in dem LKW erstickt waren. Möglicherweise waren sie bereits tot, als der Wagen die Grenze nach Österreich überquerte.

In einem ähnlichen Fall hätten es 81 Flüchtlinge fertiggebracht, einen LKW von innen mit einer Brechstange aufzubrechen, um frische Luft zu bekommen, wie die Polizei mitteilt.

(pat/sda)

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