Für Matura-Arbeit: 73 Tage Bildschirmverbot

Aktualisiert

Für Matura-Arbeit73 Tage Bildschirmverbot

Lukas Frech (18) hat eine spezielle Matura-Arbeit geschrieben: Er verzichtete drei Monate lang auf iPhone, TV und PC.

von
Martin Messmer
Ist wieder online: Maturand Lukas Frech.

Ist wieder online: Maturand Lukas Frech.

Dieser junge Mann nennt sich bildschirm-süchtig: Oft sitzt er vor dem TV, auf den Knien sein Notebook, in der Hand das iPhone. «An mir wurde deswegen viel herumgenörgelt. Deshalb habe ich entschieden, eine Maturaarbeit über einen Bildschirmentzug zu schreiben», sagt Lukas Frech, der die Kanti Seetal besucht. Die Übungsanlage: 73 Tage lang kein Handy, kein PC, kein TV, dazu sammelte er akribisch Daten zu seiner körperlichen und seelischen Befindlichkeit. «Das ist am ehestens vergleichbar mit einem Nikotinentzug. Ich war etwa oft nervös.»

Eltern und Freunde hatten aber andere Eindrücke. «Lukas wurde ruhiger und umgänglicher», sagt der Vater. Kollegen nahmen den Abstinenten aggressiver wahr als sonst. Was Lukas Frech ebenfalls beschäftigte: «Es ist schwierig, sich ohne Smartphone und Computer mit Kollegen zu verabreden.» Zudem habe er sich oft gelangweilt und habe an Medien denken müssen. Dennoch könne er sich vorstellen, wieder einmal über längere Zeit die Finger von Touchscreens und Co. zu lassen, sagte er zum «Seetaler Boten». Etwa, wenn er sich bald auf die kommende Maturaprüfung vorbereite. Es könnte sich für ihn lohnen – bereits für seine Matura-Arbeit wurde er mit der Note 6 ausgezeichnet.

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