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Iran74 Peitschenhiebe – Strafe für Hündeler gefordert

Konservative im Iran wollen das Halten von Hunden unter Strafe stellen. Grund: Das Gassi-Gehen «beschädige die islamische Kultur und Hygiene anderer».

Eine Iranerin streichelt ihren Hund in der Hauptstadt Teheran.

Eine Iranerin streichelt ihren Hund in der Hauptstadt Teheran.

Konservative Abgeordnete im Iran wollen den Besitz von Hunden mit bis zu 74 Peitschenhieben bestrafen. Ein von 32 Abgeordneten eingebrachter Gesetzentwurf sieht zudem hohe Geldstrafen für Hundebesitzer vor, wie die Reformzeitung «Schargh» am Donnerstag berichtete.

Zur Begründung heisst es in dem Entwurf, das Spielen oder Spazierengehen mit Hunden oder Affen in der Öffentlichkeit beschädige «die islamische Kultur sowie die Hygiene und den Frieden anderer». Hunde gelten gemäss der islamischen Tradition als unrein und ihr Besitz ist im Iran nicht sehr verbreitet.

Moderne Oberschicht hält zunehmend Hunde

Die moderne Ober- und Mittelschicht in Grossstädten wie Teheran hält aber zunehmend Hunde als Haustiere. Auch bisher schon drohen bei Kontrollen Ermahnungen oder die Konfiszierung der Tiere. Das neue Gesetz würde die Situation für Hundehalter aber deutlich verschärfen.

Dem Entwurf zufolge sollen beschlagnahmte Tiere künftig in Zoos kommen oder in die Wildnis geschickt werden. Ausgenommen werden laut dem Entwurf nur die Hunde von Polizei, Jägern und Bauern. Bereits vor drei Jahren war ein ähnliches Gesetz ins Parlament eingebracht worden, fand dort aber keine Unterstützung. (sda)

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