Aktualisiert 12.06.2018 09:21

Tamedia-Nachbefragung74 Prozent der FDP-Wähler stimmten für Netzsperren

Trotz der Nein-Parole der FDP stimmten deren Wähler mehrheitlich für das Geldspielgesetz. Auch bei den 18- bis 34-Jährigen fand die Vorlage eine Mehrheit.

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daw
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Drei von vier FDP-Wählern stimmten für die Behördenvorlage, und auch die Anhänger von Grünen, BDP und GLP sprachen sich mit 70 Prozent Ja-Stimmen oder mehr für die Vorlage aus.

Drei von vier FDP-Wählern stimmten für die Behördenvorlage, und auch die Anhänger von Grünen, BDP und GLP sprachen sich mit 70 Prozent Ja-Stimmen oder mehr für die Vorlage aus.

Keystone/Walter Bieri
Die von den Gegnern des Geldspielgesetzes geäusserte Sorge, die Einführung von Netzsperren schaffe einen Präzedenzfall, teilt nur eine Minderheit: 41 Prozent rechnen damit, dass über kurz oder lang auch Download- und Streaming-Portale gesperrt werden, weil die Musik- und Filmindustrie Urheberrechtsverletzungen geltend macht.

Die von den Gegnern des Geldspielgesetzes geäusserte Sorge, die Einführung von Netzsperren schaffe einen Präzedenzfall, teilt nur eine Minderheit: 41 Prozent rechnen damit, dass über kurz oder lang auch Download- und Streaming-Portale gesperrt werden, weil die Musik- und Filmindustrie Urheberrechtsverletzungen geltend macht.

Keystone/Walter Bieri
Die Umfrage zeigt keinen Generationengraben: Obwohl Jungparteien von links bis rechts vor den Netzsperren gewarnt hatten, legten 72 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Ja in die Urne.

Die Umfrage zeigt keinen Generationengraben: Obwohl Jungparteien von links bis rechts vor den Netzsperren gewarnt hatten, legten 72 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Ja in die Urne.

Keystone/Walter Bieri

72,9 Prozent stimmten am Sonntag dem neuen Geldspielgesetz zu. Nun zeigt die Tamedia-Nachbefragung, wie der deutliche Entscheid zustande gekommen ist. Obwohl mehrere Parteien – darunter FDP, GLP, Grüne und BDP – die Nein-Parole herausgegeben hatten, folgte ihnen die eigene Basis nicht.

So stimmten 74 Prozent der FDP-Wähler für die Behördenvorlage, und auch die Anhänger von Grünen, BDP und GLP sprachen sich mit 70 Prozent Ja-Stimmen oder mehr für die Vorlage aus. Von den grösseren Parteien lag der Ja-Stimmenanteil bei den SVP-Anhängern am tiefsten – es stimmten aber immer noch 65 Prozent zu.

Satte Mehrheit auch bei den 18- bis 34-Jährigen

Die Umfrage zeigt keinen Generationengraben: Obwohl Jungparteien von links bis rechts vor den Netzsperren gewarnt hatten, legten 72 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Ja in die Urne. Bei den über 65-Jährigen stimmten 80 Prozent der Vorlage zu.

Aus Sicht der Ja-Stimmenden war das wichtigste Argument für die Vorlage, dass mit dem Gesetz sichergestellt werde, dass alle Anbieter von Geldspielen Abgaben für gemeinnützige Zwecke bezahlen würden. Jene, die Nein stimmten, taten dies häufig, weil sie in den Netzsperren für Online-Geldspiele ausländischer Anbieter einen schweren Eingriff in die Wirtschafts- und Informationsfreiheit sehen – oder ein gefährliches Präjudiz.

41 Prozent rechnen mit Netzsperren für Streaming-Portale

Die von den Gegnern des Geldspielgesetzes geäusserte Sorge, die Einführung von Netzsperren schaffe einen Präzedenzfall, teilt nur eine Minderheit: 41 Prozent rechnen damit, dass über kurz oder lang auch Download- und Streaming-Portale gesperrt werden, weil die Musik- und Filmindustrie Urheberrechtsverletzungen geltend macht. 49 Prozent rechnen nicht damit, der Rest tat keine Meinung kund.

Noch deutlicher war das Resultat bei der Vollgeldinitiative, die mit 75,7 Prozent Nein wuchtig verworfen wurde. Laut der Umfrage fand sie einzig bei Stimmbürgern eine Mehrheit, die sich auf der Links-rechts-Skala ganz am linken Rand verorten.

Die Umfrage

7738 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 8. und 10. Juni online an der Tamedia-Nachabstimmungsumfrage zu den eidgenössischen Vorlagen vom 10. Juni teilgenommen. Die Befragungen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt.

Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 3,4 Prozentpunkten. Weitere Informationen zu den Tamedia-Umfragen gibts hier.

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