23.07.2018 15:25

Gesalzene Eintrittspreise75 Euro für ein Testspiel

Wucher für den Probelauf: Die unverschämt hohen Eintrittspreise für Freundschaftsspiele empören das Fussballpublikum.

von
mrm
Ein ungleicher Deal: An der Testspiel-Reihe im Rahmen des International Champions Cup verdienen die Ausrichter – und der Konsument erhält wenig für sein Geld.

Ein ungleicher Deal: An der Testspiel-Reihe im Rahmen des International Champions Cup verdienen die Ausrichter – und der Konsument erhält wenig für sein Geld.

Keystone

Sie sind für den Fussballkonsumenten zum notwendigen Übel geworden. Testspiele, für jeden Club und Trainer unerlässlich, besitzen für den Fan kaum Attraktivität. Nicht selten kommen pro Team um die 20 Spieler zum Einsatz – kombiniert mit dem geringen sportlichen Wert kommt da kaum Spielfluss auf.

Doch der Fan will dabei sein, sein Club ist schliesslich sein Club, und von der Affiche her klingen manche dieser unzähligen Testpartien in der Sommerpause ja auch ganz interessant. Vergangene Woche trat etwa der FC Bayern München in Klagenfurt gegen Paris St-Germain an, ICC-Cup heisst die Testspielserie in Europa und den USA, welche vor allem durch eines auffällt: gesalzene Eintrittspreise.

Auch beim Testspiel zwischen Sevilla und Benfica Lissabon am Samstag im Zürcher Letzigrund konnte nur live dabei sein, wer bereit war, tief in die Tasche zu greifen: Die Preise bewegten sich um die 70 Franken und darüber. Tags darauf gab es im Letzigrund wieder Super League zu sehen: ab 25 Franken steht man bei Spielen wie FCZ-Thun in der Kurve.

Geld in die Taschen der schwerreichen Besitzer

Zwischen Bayern und PSG kamen zwar gerade aufseiten der Gäste bestenfalls Spieler aus der zweiten oder dritten Reihe zum Einsatz, Neymar und Co. bekam der Fan nicht zu Gesicht und dennoch bezahlte er sagenhafte 75 Euro für eine Eintrittskarte. Der ermässigte Preis für Kinder von 65 Euro wirkt da wie ein Hohn. Ein Vater mit zwei Kindern muss so für ein Testspiel über 200 Euro bezahlen. 22 000 Zuschauer waren am Samstag im Wörthersee-Stadion. Das Turnier wurde von den Milliardären und NFL-Team-Besitzern Stephen Ross und Matt Higgins ins Leben gerufen und wird von ihnen noch immer verwaltet.

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