Aktualisiert 29.09.2009 07:29

Befehl von oben

75 Häftlinge dürfen Guantánamo verlassen

Die US-Regierung hat grünes Licht für die Freilassung von 75 Insassen des Gefangenenlagers Guantánamo gegeben. Unter ihnen sind auch 13 chinesische Uiguren, von denen der Pazifik-Inselstaat Palau zwölf aufnehmen will.

Das US-Militär veröffentlichte am Montag eine aktualisierte Liste von Häftlingen, die das Lager auf Kuba verlassen können. Einige von ihnen gehören zu den rund 30 Insassen, deren Freilassung von US-Gerichten angeordnet wurde.

Auf der Liste stehen zudem 26 Gefangene aus Jemen, neun aus Tunesien, sieben aus Algerien, vier aus Syrien und jeweils drei aus Libyen und Saudi-Arabien. Ausserdem sollen jeweils zwei Häftlinge aus Usbekistan, Ägypten, dem Westjordanland und Kuwait freikommen, jeweils einer aus Aserbaidschan und Tadschikistan.

Noch 223 Häftlinge

Eine Arbeitsgruppe der US-Regierung überprüft derzeit die Fälle aller verbliebenen Häftlinge, um zu entscheiden, wer vor Gericht gestellt und wer nach Hause oder in andere Länder geschickt werden soll.

Die USA halten in dem Sammellager für Terrorverdächtige noch immer 223 Menschen fest, viele von ihnen seit Jahren ohne Anklage oder Rechtsbeistand.

Erst am Wochenende wurden drei Häftlinge ins Ausland überstellt. Zudem wird nach einem Ort in den USA gesucht, wo ein Teil der Gefangenen künftig untergebracht werden kann.

US-Präsident Barack Obama hat die Schliessung des Lagers bis zum 22. Januar angeordnet. Verteidigungsminister Robert Gates erklärte jedoch am Sonntag in einem Interview, die Einhaltung des vorgesehenen Zeitplans werde schwierig. (sda)

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