Saudi-Arabien: 75-Jährige halten sich eigene Töchter als Ehefrauen zu
Aktualisiert

Saudi-Arabien75-Jährige halten sich eigene Töchter als Ehefrauen zu

In Saudi-Arabien, wo Zwangsehen weit verbreitet sind, sorgt ein besonders krasser Fall für Aufsehen: Zwei 75-jährige Männer tauschten ihre minderjährigen Töchter, um sie anschliessend zu heiraten. Jetzt hat sich das Justizministerium eingeschaltet.

In Saudi-Arabien wächst der Widerstand gegen die Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen. Ein Berater des Justizministeriums fordert, dass ein Vater, der zwei minderjährige Töchter zur Heirat gezwungen hatte, vor Gericht gestellt wird.

Wie die saudischen Zeitung «Okaz» vom Montag weiter schreibt, handelt es sich bei den zum Heirat gezwungenen Töchter um ein 11- jähriges und ein 14-jähriges Mädchen. Der Berater verlangt zudem, dass dem Scheich, der die beiden Kinder verheiratet hat, sofort die Lizenz entzogen wird.

Laut «Okaz» hatte der Vater die 14-jährige Scheicha mit einem 75 Jahre alten Mann verheiratet. Er selbst bekam dafür «im Tausch» eine Tochter des 75-Jährigen zur Frau. Die beiden Männer vereinbarten, auf das in Saudi-Arabien übliche Brautgeld zu verzichten.

Von den Müttern von Scheicha und Abier, die beide nicht das Sorgerecht für ihre Töchter erhalten hatten, war der Vater zu diesem Zeitpunkt schon geschieden.

Der Fall war öffentlich geworden, weil die Mutter von Scheicha nach einem verzweifelten Anruf ihrer Tochter den Gouverneur der Provinz Taif eingeschaltet hatte. Inzwischen halten sich beide Mädchen in Taif in einer Art Frauenhaus auf. Scheicha hatte nach der Verheiratung versucht, sich das Leben zu nehmen.

In der saudischen Stadt Unaisa, nördlich von Riad, befasst sich derzeit ein Gericht mit dem Fall eines achtjährigen Mädchens, das von seinem Vater mit einem über 50 Jahre alten Mann verheiratet worden war. Der Mann will seine «Ehefrau» nach Angaben der saudischen Presse nicht ziehen lassen. (sda)

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