Aktualisiert 22.03.2019 13:44

Bluttat in Basel75-jährige Täterin ist offenbar psychisch labil

Nach der Bluttat in Basel hat die Polizei weitere Informationen zur mutmasslichen Täterin veröffentlicht. Ihre Schuldfähigkeit wird angezweifelt.

von
lha
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Die Traueranzeige der Basler Volksschulen wurde am Dienstag publiziert.

Die Traueranzeige der Basler Volksschulen wurde am Dienstag publiziert.

Auf dem Heimweg von der Schule erstochen: Der 7-jährige Ilias.M.

Auf dem Heimweg von der Schule erstochen: Der 7-jährige Ilias.M.

20 Minuten
Der 7-jährige Ilias .M.* wurde am Donnerstag auf offener Strasse auf brutale Art und Weise getötet.

Der 7-jährige Ilias .M.* wurde am Donnerstag auf offener Strasse auf brutale Art und Weise getötet.

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Die neusten Abklärungen zur Bluttat auf dem St.Galler-Ring ergaben, dass die in Basel wohnhafte mutmassliche Täterin weder das Kind noch dessen Familie, welche aus dem Kosovo stammt, kannte. Dies teilte die Basler Staatsanwaltschaft am Freitagmittag in einem Communiqué mit. «Wir wissen weiterhin noch nicht, was das Tatmotiv ist», erklärte Kriminalkommissär Peter Gill auf Anfrage.

Die Untersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin ergaben, dass die Frau dem 7-Jährigen mit einem Messer eine schwere Stichverletzung am Hals zugefügt hatte. Sie habe ein Mal zugestochen, so Gill. Passantinnen und die zufällig vorbeifahrende Lehrerin des 7-jährigen Schülers versuchten, bis zum Eintreffen der Rettungsdienste zu helfen. Doch für das Kind endete der Angriff tödlich.

Täterin verschickte SMS

Nach der Tat lief die Frau, eine 75-jährige Schweizerin, zum Schützenmattpark. Telefonisch und per SMS teilte sie Personen und Institutionen mit, dass sie ein Kind niedergestochen habe. Danach stellte sie sich der Polizei. «Wir müssen diese Personen, die sie kontaktiert hat, nun einvernehmen», so Gill.

Die Staatsanwaltschaft wird beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragen. Aufgrund der ersten Erkenntnisse bestehen jedoch Zweifel an der Schuldfähigkeit der Beschuldigten. Sie wird deshalb psychiatrisch begutachtet.

Sonderkommission eingesetzt

Ob die Tatverdächtige bereits früher in psychiatrischer Behandlung war, ist noch nicht bekannt. «Das wird nun alles abgeklärt», sagt Gill. Eine Sonderkommission ermittle nun. Ob die Frau im Gotthelf-Quartier wohnhaft war, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft machte dazu keine Angaben.

Der genaue Tathergang ist nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei. Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt (061 267 71 11), oder mit der nächsten Polizeiwache in Verbindung zu setzen.

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