Happy Birthday: 75 Jahre Hannibal the Cannibal

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Happy Birthday75 Jahre Hannibal the Cannibal

Sir Anthony Hopkins ist der König unter Hollywoods Verwandlungskünstlern. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag - denkt aber gar nicht daran, seine Schausspielkarriere zu beenden.

von
sim

Ob Kannibale, Butler, Picasso, Zorro oder Hitchcock - dem gebürtige Briten gelingt jede Mimik scheinbar mit Leichtigkeit. Am 31. Dezember 2012 wird Hopkins 75 Jahre alt.

Soeben hat er mit Regisseur Darren Aronofsky das Bibel-Epos «Noah» abgedreht, in dem er den uralten Methusalem gibt. Fans müssen noch bis 2014 auf Hopkins' biblische Metamorphose warten. Für den genialen Verwandlungskünstler hängt die Messlatte dabei hoch.

Hopkins als Hitchcock

Im Film «Hitchcock», der ab Mitte März in der Deutschschweiz zu sehen ist, nimmt Hopkins die Gestalt seines legendären Landsmannes Alfred Hitchcock an. Die Ähnlichkeit ist verblüffend: Mit Halbglatze, Doppelkinn und Extra-Pfunden. Bestens kennt sich Hopkins mit Gruselstoffen aus. Als psychopathischer Hannibal Lecter in «The Silence of the Lambs» holte er 1992 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Gerade einmal 16 Minuten ist er auf der Leinwand zu sehen, doch das reichte.

Das Duell zwischen dem Kannibalen und der FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) schrieb Filmgeschichte. Dabei sieht Sir Anthony Hopkins beileibe nicht wie ein Monster aus; weit eher nimmt man ihm den englischen Gentleman ab.

Und keine Ende in Sicht

Was seinen Charakteren ihre Glaubwürdigkeit verleiht, ist eine knisternde Leinwandpräsenz - gleichgültig, ob als Adolf Hitler in «The Bunker» (1981), als der gefallene US-Präsident Richard Nixon in «Nixon» (1995) oder als Picasso in «Surviving Picasso» (1996).

Über hundert Film- und TV-Auftritte hat Hopkins in seiner mehr als 40-jährigen Karriere absolviert. Für ihn selbst gehört die Rolle des allzu perfekten Butlers in «The Remains of the Day» (1993) zu seinen wichtigsten Filmen - und «The Silence of the Lambs».

Auch in den Folgefilmen «Hannibal» (2001) und «Red Dragon» (2002) übernahm er die Gruselrolle. Mit 75 Jahren gibt Hopkins weiter Gas. Gerade dreht er mit Morgan Freeman und Bruce Willis die Fortsetzung des Agentenfilms «RED». Gleichzeitig verwandelt er sich in «Thor: The Dark World» wieder in Odin, den Vater von Donnergott Thor.

Ein bisschen ist ihm das Alter doch anzumerken. Zumindest räumte er vor einem Jahr im Interview ein, dass er die Drehpausen gerne für Schläfchen nutze: «Heutzutage sind die Arbeitstage sehr lang. Ausser wenn man mit Woody Allen oder Clint Eastwood dreht. Die hören gerne früh auf. Ich persönlich halte das für eine gute Idee.»

Krise in den Siebzigern

Für den Sohn einer Bäckerfamilie in Wales war es ein schwieriger Weg in die Topriege der Schauspieler. Hopkins, der sich mit minimaler Mimik eine so starke Leinwandpräsenz verschafft, war lange von Furcht und Unsicherheit geplagt. In der Schule galt er mit seiner Vorliebe fürs Malen und Klavierspielen als Eigenbrötler.

Nach dem Militärdienst schaffte er 1961 die Aufnahme an die renommierte Royal Academy of Dramatic Art in London - ein glänzendes Sprungbrett. Am Theater konnte er sich den Ruf eines vielseitigen Charakterdarstellers erwerben - allein als «King Lear» stand er zahllose Male auf der Bühne.

Doch er galt auch als schwierig, häufig legte er sich mit seinen Regisseuren an. Als seine Ehe mit der Schauspielerin Petronella Barker zerbrach und er die gemeinsame Tochter Abigail nicht mehr sehen durfte, nahmen seine Alkoholprobleme zu.

Erst nach einem Zusammenbruch 1975 gelang es ihm mit Hilfe seiner zweiten Frau, einen Schlussstrich unter seine Sucht zu ziehen. Inzwischen ist Hopkins ein drittes Mal verheiratet und seit dem Jahr 2000 auch US-Bürger. Seinen britischen Pass und den Ehrentitel Sir durfte er aber behalten. (sim/sda)

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