«Absurd»: 7600 Salatköpfe sind zu klein für den Markt
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«Absurd»7600 Salatköpfe sind zu klein für den Markt

Weil 7600 Salatköpfe zu klein für den Handel in der Schweiz sind, können sie nicht regulär verkauft werden. Zwei Gemüseläden versuchen diese nun so schnell wie möglich zu retten.

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km
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Ein Schweizer Gemüsehändler hat in Italien 7600 Salatköpfe bestellt. Bei der Warenkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass ein gewisser Anteil der Ware zu klein und zu leicht für den Handel ist. Der Kunde wies die Ware ab und der Lieferant blieb auf den Salatköpfen sitzen.

Ein Schweizer Gemüsehändler hat in Italien 7600 Salatköpfe bestellt. Bei der Warenkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass ein gewisser Anteil der Ware zu klein und zu leicht für den Handel ist. Der Kunde wies die Ware ab und der Lieferant blieb auf den Salatköpfen sitzen.

Simon Weidmann
Damit das qualitativ hochwertige Gemüse nicht im Müll landet, kontaktierte der Lieferant den Gemüsebauern Pascal Gutknecht vom Hofladen Gutknecht Gemüse aus Ried bei Kerzers.

Damit das qualitativ hochwertige Gemüse nicht im Müll landet, kontaktierte der Lieferant den Gemüsebauern Pascal Gutknecht vom Hofladen Gutknecht Gemüse aus Ried bei Kerzers.

Gutknecht Gemüse
Gutknecht lagert die Ware. Gemeinsam mit dem Berner Gemüseladen Gmüesgarte will er das Unmögliche erreichen: 7600 Salatköpfe verkaufen, bevor sie verderben.

Gutknecht lagert die Ware. Gemeinsam mit dem Berner Gemüseladen Gmüesgarte will er das Unmögliche erreichen: 7600 Salatköpfe verkaufen, bevor sie verderben.

Simon Weidmann

Ein Schweizer Gemüsehändler hat in Italien 7600 Salatköpfe bestellt. Bei der Warenkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass ein Anteil der Ware zu klein und zu leicht für den Handel war. Der Kunde wies die Ware ab und der Lieferant blieb auf den Salatköpfen sitzen.

Damit das qualitativ hochwertige Gemüse nicht im Müll landet, kontaktierte der Lieferant den Gemüsebauern Pascal Gutknecht vom Hofladen Gutknecht Gemüse aus Ried bei Kerzers FR. Denn das Gemüse zurück nach Italien zu fahren oder gar in der Schweiz einen neuen Abnehmer zu suchen, sei in der kurzen Zeit schlicht nicht möglich. Gutknecht lagert die Ware und gemeinsam mit dem Gemüseladen Gmüesgarte aus Bern woll er das Unmögliche erreichen: 7600 Salatköpfe verkaufen, bevor sie verderben.

«Wollen auf Problematik aufmerksam machen»

In den sozialen Medien teilte Simon Weidmann, Mitgründer von Gmüesgarte, die Aktion. «Wir wollen damit auf die grosse Problematik aufmerksam machen», so Weidmann. Es komme des Öfteren vor, dass eine so grosse Menge an Lebensmitteln nicht verkauft werden könne und an diverse Foodsaveinitiativen weitergegeben werde.

Kaum ein grosser Verarbeitungsbetrieb oder Detailhändler nehme Ware an, die nicht der Norm entspräche. «Bei Produkten mit Stückpreisen wie Salatköpfen ist Gewicht und Grösse meist aneinandergekoppelt», erklärt Weidmann. «Unterschiedlich grosse und schwere Salatköpfe können nicht nach dem regulären System verkauft werden und werden stattdessen abgewiesen.»

Das ärgert Weidmann: «Es ist sehr absurd, dass normalerweise alles weggeschmissen worden wäre, nur weil einige Salatköpfe in der Stichprobe zu klein waren.»

Schlechtes Wetter sorgte für kleine Salatköpfe

«Die Ursache ist sehr wahrscheinlich bereits in Italien zu suchen», so Weidmann weiter. Er geht davon aus, dass die Salate dort zu klein geschnitten oder zu warm transportiert wurden. Für Gutknecht ist das Problem nicht nur auf menschliches Versagen zurückzuführen: «Das Wetter war dieses Jahr sehr schlecht in Italien: Viel Wasser und wenig Sonne. Die Salate konnten sich nicht richtig entwickeln.»

Nun ist das Gemüse in Bern und in Ried bei Kerzers und wartet darauf, verkauft zu werden. «7600 Salatköpfe innerhalb weniger Tage zu verkaufen, ist nicht einfach», sagt Gutknecht. Die Reste müsse der Gemüsebetrieb im schlimmsten Fall kompostieren.

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