78-jähriger Mann der sexuellen Handlungen mit Kindern angeklagt
Aktualisiert

78-jähriger Mann der sexuellen Handlungen mit Kindern angeklagt

Ein 78-jähriger Mann muss sich vor dem Baselbieter Strafgericht wegen sexueller Handlungen mit Kindern verantworten.

Gemäss der Anklage soll er die Taten an den Enkelkindern seiner Lebensgefährtin sowie an ihm unbekannten Kinder begangen haben.

Laut Anklageschrift soll der Mann zwischen 1999 und 2001 die zwischen fünf und zehn Jahre alten Enkelkinder - vier Buben und ein Mädchen - über und unter den Kleidern an den Genitalien berührt haben und vor zwei der Buben onaniert haben. Zudem soll er Kindern Pornofilme gezeigt haben.

Der Angeklagte war bereits im Jahr 1960 wegen sexueller Handlungen mit minderjährigen Mädchen verurteilt worden. Er hatte sich damals freiwillig einer Kastration unterzogen. Die Wirkung ist laut Aussage einer Gutachterin aber seit 10 Jahren durch eine Behandlung mit Testosteron aufgehoben, die er wegen eines Rückenleidens erhielt.

Handlungen auch nach Anzeige

Auch nachdem die Eltern der Enkelkinder eine Anzeige einreichten, hat der Mann gemäss Anklage weitere sexuelle Handlungen an Kindern begangen. So sprach er 2001 zwei kleine Mädchen auf einem Spielplatz in Augst BL und zwei weitere Mädchen in Pratteln an. Auch diese Kinder soll er unter den Kleidern angefasst haben und sich vor ihnen entblösst haben.

Im Mai 2002 wurde der Angeklagte in Rohrbachgraben BE von der Polizei festgenommen, als er sich unter dem Vorwand, im Wald auf der Suche nach seinem Hund zu sein, an mehrere Kinder heranmachte. Hier soll er ein acht- und ein zehnjähriges Mädchen sexuell belästigt haben.

Einzelne Vorwürfe bestritten

Der Angeklagte stritt vor Gericht seine pädophilen Neigungen zwar nicht ab. Er gab auch an, sich sehr zu schämen und wie ein «alter Löl» dazustehen. Er bestritt aber dennoch in vielen Fällen die ihm zur Last gelegten Handlungen und widerrief viele seiner Ausagen aus der Voruntersuchung.

Die Gutachterin führte die Wiederaufnahme der pädophilen Handlungen nach rund 40 Jahren auf die Testosteron-Behandlung zurück. Sie attestierte dem Mann eine schlechte Therapierbarkeit und eine mangelnde Einsicht für seine Handlungen. Gegen Rückfälle regte sie an, den Testosteron-Spiegel tief zu halten. Das Urteil soll am Freitag gesprochen werden.

(sda)

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