Schlieren ZH: 79-jährige Rentnerin vergass Anklage

Aktualisiert

Schlieren ZH79-jährige Rentnerin vergass Anklage

Laut Statthalteramt Dietikon hat eine 79-jährige Seniorin aus Schlieren ihre Hauswartin mit einem Faustschlag in Gesicht verletzt. Da die beschuldigte Rentnerin vor Gericht nicht mehr wusste, um was es ging, ist der Prozess geplatzt.

von
Attila Szenogrady

Der kurz gehaltene Strafbefehl des Statthalteramtes Dietikon ging auf den 30. September 2011 zurück. Tatort war ein Mehrfamilienhaus in Schlieren. Dabei geriet eine heute 79-jährige Einwohnerin vor dem Eingang an die heute bald 76-jährige Hauswartin der Liegenschaft. Diese verwies die Seniorin auf einen Waschplan und forderte sie auf, sich daran zu halten. Worauf die ältere Dame laut Anklage plötzlich ihre Faust ins Gesicht der Abwärtin schlug und diese in der linken Gesichtshälfte verletzte.

«Schuldspruch angefochten und vergessen»

Die verletzte Frau meldete den Fall der Polizei und legte ein ärztliches Zeugnis ins Recht. Mit Erfolg, da das Statthalteramt Dietikon die offenbar schlagfertige Rentnerin im letzten November per Strafbefehl wegen Tätlichkeiten zu einer Busse von 100 Franken verurteilte und ihr weitere Kosten von 98 Franken auferlegte.

Die gebüsste Einwohnerin protestierte gegen den Schuldspruch und legte rechtzeitig Einsprache ein.

Am Dienstag erschien die Beschuldigte pünktlich zum Termin vor dem Bezirksgericht Dietikon und sorgte für eine Überraschung. So hatte sie den eingeklagten Faustschlag inzwischen offenbar wieder vergessen. Als der Einzelrichter Bruno Amacker die Beschuldigte auf den Sachverhalt ansprach, antwortete sie: «Erklären sie ihn mir.» Sie wusste nicht mehr, um was es ging.

Immerhin erkannte die Beschuldigte die im Gerichtssaal anwesende Geschädigte und bezeichnete sie spöttisch als «Putzfrau» der Liegenschaft.

Prozess geplatzt

Richter Amacker unterbrach schon nach wenigen Minuten die Verhandlung und stufte die Verhandlungsfähigkeit der Einsprecherin als nicht gegeben an. Damit war der Prozess geplatzt. Wie es nun weiter geht, blieb unklar. Beide Parteien begaben sich jedenfalls ohne Erfolgserlebnis auf den Heimweg. Das Gericht wird sie demnächst über das weitere Vorgehen unterrichten.

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