Aktualisiert 07.08.2011 15:18

Deutschland

79-Jähriger nach Leichenfund verhaftet

Nachdem Spaziergänger am Freitag verbrannte Leichenteile und einen Frauenkopf am Strassenrand gefunden hatten, wurde nun ein 79-jähriger Mann festgenommen. Er soll seine Frau umgebracht haben.

Ein Absperrband der Polizei hängt in Goldbeck bei Buxtehude über einer Strasse, neben der brennende Leichenteile gefunden wurden.

Ein Absperrband der Polizei hängt in Goldbeck bei Buxtehude über einer Strasse, neben der brennende Leichenteile gefunden wurden.

Ein 79-jähriger Mann aus dem norddeutschen Nindorf soll seine Ehefrau umgebracht, zerstückelt und anschliessend die Leichenteile angezündet haben. Die brennenden Körperstücke waren am Freitagabend und Samstag an Strassenrändern in Goldbeck bei Buxtehude in Niedersachsen entdeckt worden.

Der Rentner bestreitet die Tötung seiner 72-jährigen Frau. Am Sonntag wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Über Jahre hinweg habe sich die Situation in der Familie zugespitzt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage. Was genau sich in der Familie zugetragen hat, wollte er nicht sagen. «Der Mann macht keinerlei Angaben zu der Tat oder einem Motiv und lässt sich durch einen Anwalt vertreten», sagte er.

Der 79-Jährige ist der Polizei allerdings gut bekannt. In der Vergangenheit hatte er bereits mehrfach durch Belästigungen von Anwohnern und Nachbarn des Dorfes auf sich aufmerksam gemacht. Gegen ihn lagen mehrere Anzeigen wegen Belästigung und Hausfriedensbruch bei der Polizei vor. Das Ehepaar lebte allein und hat eine 48- jährige Tochter.

Am Sonntag durchsuchten Polizisten das Haus und das Auto des 79- Jährigen. Dabei fanden sie nach Angaben des Sprechers auch Spuren, die auf die Tat hindeuten.

Autofahrer finden Leichenteile

Die Fundorte der Leichenteile liegen den Angaben zufolge nur wenige Kilometer vom Wohnhaus entfernt. Zunächst hatten zwei Autofahrer am Freitagabend an Strassenrändern Feuer bemerkt und die Leichenteile entdeckt.

Am Samstagmorgen fanden Spaziergänger bei einer ehemaligen Kiesgrube schliesslich auch den Kopf der Getöteten, der ebenfalls stark verbrannt war, sowie einige Kleidungsstücke.

Bei einer Suchaktion mit etwa 100 Feuerwehrleuten wurden an einer Strasse am Samstag noch mehrere Plastiktüten mit Körperteilen gefunden, die allerdings nicht verbrannt waren. Nach Angaben der Polizei fehlen noch weitere Leichenteile. Nicht gefunden wurden bisher beide Arme mit Händen und die Unterschenkel mit Füssen.

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann seine Frau im Haus umgebracht und zerstückelt hat. Die Leichenteile verteilte er vermutlich am Freitagabend in der Gegend.

Die Identität des Opfers wurde laut Polizei mithilfe von Hamburger Rechtsmedizinern am Samstagabend zweifelsfrei festgestellt. Die Frau war am späten Samstagnachmittag von der Tochter als vermisst gemeldet worden. Nach der Klärung der Identität sei die Polizei dem Ehemann schnell auf die Spur gekommen, hiess es.

(dapd)

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