Brütten ZH: 8 Frischlinge sterben, weil Jäger ihre Mutter schoss
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Brütten ZH8 Frischlinge sterben, weil Jäger ihre Mutter schoss

Ein Jägerfehler bedeutete für acht Wildschwein-Jungtiere das Todesurteil: Weil sie ohne ihre erschossene Mutter gestorben wären, musste ein Wildhüter sie töten.

von
jen
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In der Nacht auf Freitag, 27.1.2017, erlegte ein Jäger im Brüttemer Wald eine Bache. (Archiv)

In der Nacht auf Freitag, 27.1.2017, erlegte ein Jäger im Brüttemer Wald eine Bache. (Archiv)

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Der Jäger hatte eigentlich die Aufgabe, die Wildschweinbestände zu regulieren. (Archiv)

Der Jäger hatte eigentlich die Aufgabe, die Wildschweinbestände zu regulieren. (Archiv)

Hermann J. Knippertz
Dabei unterlief ihm ein Fehler: Das erlegte Wildschwein hatte acht Junge. (Archiv)

Dabei unterlief ihm ein Fehler: Das erlegte Wildschwein hatte acht Junge. (Archiv)

Hermann J. Knippertz

Ein Jäger hatte eigentlich die Aufgabe, die Wildschweinbestände zu regulieren. In der Nacht auf Freitag erlegte der Jäger im Brüttemer Wald deshalb eine Bache. Dabei unterlief ihm ein Fehler: Das erlegte Wildschwein hatte acht Jungtiere. Die handgrossen und völlig schutzlosen Zöglinge hätten aber ohne die Mutter nicht überlebt, schreibt der «Landbote». Deshalb musste ein Wildhüter die Frischlinge erschiessen.

«Es ist ein sauberer Schuss eines erfahrenen Jäger gewesen, aber ein fehlerhafter», sagt Urs Philipp, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd des Kantons Zürich, zur Zeitung. Erst als der Jäger zum toten Tier gegangen sei, habe er an den Zitzen der Bache erkannt, dass sie laktierend sei. Ein Wildhüter habe daraufhin richtig gehandelt und die Jungtiere erschossen.

Frischlinge waren zu klein

Bereits am Freitagnachmittag erlegte er fünf davon. Am Samstag habe er Hilfe von einem Hundeführer erhalten, der mit seinem Hund die drei übrigen Frischlinge fand. Auch diese wurden darauf getötet.

«Die Frischlinge ihrem Schicksal zu überlassen, wäre unhaltbar gewesen, weil sie gestorben wären», sagt Urs Philipp, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd des Kantons Zürich. Sie einzufangen und handzahm zu machen, wäre ebenfalls keine Lösung gewesen, weil dies für Wildtiere Stress und Qual bedeuten würde.

«Fehler hätte bei Wachsamkeit verhindert werden können»

Auch der Jäger leitete nach seinem Fehler die richtigen Schritte ein, schilderte den Fall wahrheitsgetreu und meldete seinen Fehler. Die Kantonspolizei sei informiert worden und habe eine Untersuchung eingeleitet. Der Jäger muss mit einer Busse rechnen.

Der Jäger beteuert, dass er nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Nach Angaben des Jägers hätten sich die Jungtiere nicht bei der Mutter aufgehalten.

Der Fehler, den sich der Jäger hat zuschulden kommen lassen, ist aber für Marion Theus, Präsidentin des Vereins Wildtierschutz Schweiz, unentschuldbar: «Ein übereilter Schuss ist nicht waidmännisch.» Die Frischlinge hätten sich bestimmt in der Nähe der Mutter-Bache aufgehalten und hätten so bei entsprechender Wachsamkeit erkannt werden müssen.

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