Pädo-Verdacht: 8-Jährige belästigt - 53-Jähriger in U-Haft
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Pädo-Verdacht8-Jährige belästigt - 53-Jähriger in U-Haft

Die Kantonspolizei Aargau hat einen 53-jährigen Schweizer festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Er soll beim Bahnhof Lenzburg eine Schülerin dazu aufgefordert haben, mit ihm mitzugehen.

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jam/vro

Donnerstagmittag, 23. Mai 2013, beim Bahnhof Lenzburg. Ein 53-jähriger Schweizer spricht ein Mädchen an. Die 8-Jährige erzählt später der Polizei, dass sie vom Mann zweimal angesprochen worden sei. Er habe sie dazu aufgefordert, mit ihm mitzugehen, wie die Kantonspolizei Aargau am Dienstag mitteilte.

Ein «aufmerksamer Regionalpolizist der Regionalpolizei Lenzburg», schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung, sei am frühen Abend bei einer Bushaltestelle auf einen Mann aufmerksam geworden, auf den die Personenbeschreibung zutraf. Er hielt den 53-Jährigen an und verständigte die Kantonspolizei. Diese nahm danach den Schweizer mit Wohnsitz im Bezirk Lenzburg fest.

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau eröffnete eine Untersuchung und beantragte Untersuchungshaft. Sie wirft dem Mann versuchte Freiheitsberaubung vor. Die U-Haft

wurde am Montag für maximal 3 Monate

angeordnet. Bei den bisherigen Befragungen bestreitet der mutmassliche Täter die Vorwürfe. Im Kanton Aargau waren in letzter Zeit mehrfach Kinder von einem Unbekannten angesprochen worden. Die Polizei klärt nun ab, ob Parallelen zu ähnlichen, früher gemeldeten Fällen bestehen. Vor allem in der Region Freiamt, unweit von Lenzburg, hatten sich in letzter Zeit die Fälle gehäuft, in denen ein Unbekannter Kinder ansprach - und das mit der selben Methode wie im Fall Lenzburg. Auch im Freiamt erzählte ein Unbekannter den Kindern, dass ihre Mutter im Spital liege. In Lenzburg wollte der Mann das Mädchen zu sich nach Hause locken, um ihm dort seine Tiere zu zeigen. Dies habe er ihr laut Susann Müller - Schulleiterin des Primarschulhauses Angelrain in Lenzburg - erzählt.

Zu Hause habe das Mädchen den Vorfall laut Müller der Mutter erklärt. Diese informierte allerdings nicht die Polizei. Erst als es sich am Nachmittag seiner Lehrerin anvertraute, wurde diese informiert. «Tags darauf wurden die Eltern aller Schüler von uns über den Vorfall in Kenntnis gesetzt», so Müller. Wirklich beruhigt ist man in der Region jedoch noch nicht: «Es ist unglaublich, dass jemand so etwas tut. Ein Freund hat mir davon erzählt und mich gewarnt, dass ich aufpassen soll», sagt Ömer Cacir vom Café West - Vater von zwei Kindern. Laut eigenen Angaben achtet er darauf, dass seine Kinder nie alleine sind. So sieht es auch die dreifache Mutter Kristina Hodzic aus Lenzburg: «Ich habe mit ein paar anderen Eltern vereinbart, dass unsere Kinder immer in einer Gruppe zur Schule gehen.» Dies wird auch in Zukunft so bleiben. Der dreijährige Romeo Hunziker geht zwar noch nicht zur Schule, doch seine seine Eltern machen sich schon jetzt Gedanken darüber: «Wenn er zur Schule geht, werden wir ihn täglich begleiten», sagt Vater Patrick Hunziker aus Hendschiken.

Die Aargauer Polizei klärt nun ab, ob es sich beim Verdächtigen um den Mann handelt, der das Mädchen in Lenzburg angesprochen hat. Bisher stritt er den Vorfall laut Angaben ab. Eine mögliche Verbindung zu den Fällen aus dem Freiamt werde ebenfalls geprüft.

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