Gewerkschaftsbund: 80 bis 120 Franken mehr Lohn gefordert
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Gewerkschaftsbund80 bis 120 Franken mehr Lohn gefordert

Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ist die Wirtschaftskrise kein Grund für Zurückhaltung bei den Löhnen. Um die Konjunktur zu stützen, fordert er 80 bis 120 Franken mehr Lohn. Dies entspricht einem Plus von rund 1,5 bis 2 Prozent.

SGB-Präsident Paul Rechsteiner warnte am Donnerstag vor den Medien in Bern davor, dass der gegenwärtige wirtschaftliche Kriechgang zu falschen Schlussfolgerungen führt. Die Tatsache, dass es der Schweizer Binnenschaft nach wie vor gut geht, sei ein Verdienst der guten Lohnabschlüsse im letzten Jahr.

Gerade die Krise mache es nötig, dass die Löhne auch nächstes Jahr ansteigen, sagte der SP-Nationalrat. Ohne die Erhöhung der Reallöhne drohe im kommenden Jahr ein Absturz der Binnenwirtschaft.

Für den SGB kann sich der grosse Teile der Schweizer Wirtschaft nach wie vor Lohnerhöhungen leisten. Die Krise sei stark auf die Exportwirtschaft und Teile der Finanzwirtschaft beschränkt. Andere Bereiche wie Bau, Handel oder die Kommunikation würden nach wie vor florieren.

»Untaugliche» Lohnkürzungen

Lohnkürzungen sind für den SGB kein taugliches Mittel Kosten zu senken - auch für angeschlagene Exportfirmen wie Rieter oder Alu Menziken. Mit tieferen Löhnen könne nur wenig Geld eingespart werden.

Viel zielführender sei für die Schweizer Wirtschaft eine Schwächung des Schweizer Frankens sowie die Senkung der Strompreise. Rechsteiner appellierte an die Nationalbank, stärker am Devisenmarkt zu intervenieren, so dass Schweizer Produkte im Ausland günstiger werden.

Bundesrat und Parlament müssten zudem die «ideologisch motivierte» Strommarktliberalisierung rückgängig machen. Diese habe auch der Industrie nur Nachteile gebracht.

(sda)

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