Aktualisiert 13.02.2011 21:38

Kantonale Abstimmung St. Gallen82,5 Prozent Nein zur freien Schulwahl

Im Kanton St. Gallen wird es keine freie Schulwahl geben: Die Initiative der Eltern-Lobby und der Jungfreisinnigen ist gestern an der Urne klar abgelehnt worden.

von
Tobias Bolzern
Eltern können sich nicht aussuchen, wo ihre Kinder zur Schule gehen.

Eltern können sich nicht aussuchen, wo ihre Kinder zur Schule gehen.

In den Oberstufen des Kantons St. Gallen bleibt alles beim Alten: Auch in Zukunft können sich Eltern nicht aussuchen, wo ihre Kinder zur Schule gehen. 82,5% der St. Galler haben gestern die Initiative «Freie Schulwahl auf der Oberstufe» abgelehnt. «Das deutliche Ergebnis zeigt, wie zufrieden die St. Galler mit den öffentlichen Schulen sind», so Maria Huber, Co-Präsidentin des überparteilichen Nein-Komitees Schulchaos-Initiative Nein, das das Volksbegehren erfolgreich bekämpft hatte.

Im Kanton Thurgau hatte das Volk 2010 einer ähnlichen Initiative zur freien Schulwahl eine deutliche Abfuhr erteilt. Für Erwin Ogg, Vorstand der Schweizer Eltern-Lobby und Mitglied des St. Galler Initiativkomitees, kommt die Nieder­lage deshalb nicht überraschend. «Es war klar, dass das Vorhaben mehrere Anläufe brauchen wird», sagt Ogg. Doch das ­Modell der freien Wahl der Oberstufe sei europaweit erfolgreich, die Schweiz hinke hintennach. Dass eine freie Schulwahl in 10 bis 20 Jahren in der Schweiz möglich ist, ist laut Ogg aber «so sicher wie das Amen in der Kirche».

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