Aktualisiert 30.03.2013 13:57

Im Schlaf überrascht

83 Menschen bei Erdrutsch in Tibet verschüttet

In einem Bergbaugebiet in Tibet hat ein gigantischer Erdrutsch 83 Menschen unter sich begraben. Die Verschütteten sind offenbar im Schlaf von den Erdmassen überrascht worden.

Der Erdrutsch hat eine Gegend von etwa vier Quadratkilometern erfasst.

Der Erdrutsch hat eine Gegend von etwa vier Quadratkilometern erfasst.

Ein riesiger Erdrutsch hat in Tibet 83 Arbeiter verschüttet. Es gibt kaum Hoffnung, Überlebende in den Erdmassen zu finden. «Wir haben keine Lebenszeichen aufspüren können», sagte ein Behördenvertreter im chinesischen Staatsfernsehen. Das Unglück passierte am Freitag in einem Bergbaugebiet im Kreis Maizhokunggar nahe der tibetische Hauptstadt Lhasa, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die vermissten Opfer seien Arbeiter einer Tochterfirma der China National Gold Corporation.

Das von dem Bergrutsch betroffene Gebiet sei drei Kilometer lang. Zwei Millionen Kubikmeter Erde, Schlamm und Steine seien ins Tal gerutscht, schrieb Xinhua. Einem Bericht des Fernsehsenders CCTV zufolge schliefen die Arbeiter als die Lawine über sie hereinbrach.

Mit 30 Baggern wird nach den Verschütteten gesucht

Mehr als 1000 Helfer, darunter Polizei, Feuerwehr und andere Retter, seien im Einsatz. Die Bergungskräfte suchten auch mit 15 Spürhunden nach Überlebenden. Auch rund 30 Bagger wurden für die Suche nach Überlebenden bereitgestellt. Die Zeit war knapp, denn am Freitagabend fielen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Ein Arzt sagte, sein Krankenhaus habe einige Patienten verlegt, um Platz für Überlebende zu schaffen, aber zunächst sei noch niemand eingeliefert worden.

«Die Lage ist sehr ernst», sagte der Behördensprecher dem Fernsehen. «Die Bergungstrupps suchen angespannt in den Erdmassen.» Die Opfer seien vor allem Han-Chinesen aus den Provinzen Yunnan, Guizhou, Sichuan und anderen Orten, berichtete Xinhua. Zwei der Verschütteten seien Tibeter.

Der Unglücksort liege in einer Höhe von 4600 Meter, berichtete die Staatsagentur. Staats- und Parteichef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang hätten zu besonderen Anstrengungen aufgerufen, die Verschütteten zu bergen und weitere Erdrutsche oder andere Unfälle bei den Rettungsarbeiten zu vermeiden.

Die chinesische Regierung fördert den Bergbau in Tibet. In der Region lagern unter anderem grosse Mengen an Kupfer, Chrom und Bauxit. Kritiker warnen indes, das Ökosystem leide unter dem gross angelegten Abbau von Mineralien. (sda)

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