01.03.2017 07:39

Stadt Zürich

86 Prozent mehr Rotlicht-Bussen in der Stadt Zürich

Immer weniger Raser werden von den Radarkästen der Stadt Zürich geblitzt. Zugenommen haben dafür die Bussen für Rot-Sünder.

von
bec
Der Blitzer an der Bucheggstrasse macht im Jahr über eine Millionen an Bussenerträgen.

Der Blitzer an der Bucheggstrasse macht im Jahr über eine Millionen an Bussenerträgen.

Keystone/Martin Ruetschi

Die Stadt Zürich plant die neue Temporeduktion, die auf 100 Strassenabschnitten geplant ist, mithilfe von Radarkästen und der Bevölkerung durchzusetzen. Man bekomme Hinweise, wo häufig zu schnell gefahren werde, und gehe diesen nach, auch mit einem mobilen Blitzkasten, sagt Stadtrat Richard Wolff (AL). Auch die Stadtpolizei bestätigt dies. «Wir überprüfen in jedem Fall aufgrund verschiedener Faktoren und entscheiden in Zusammenarbeit mit der Dienstabteilung Verkehr, wo eine Anlage installiert wird», sagte Sprecherin Judith Hödl zum «Tages-Anzeiger».

In der Stadt Zürich gibt es derzeit 88 Blitzer, von denen einer mobil ist. Die anderen sind stationär oder halbstationär. Diese messen aber immer weniger Geschwindigkeitsübertretungen: Im Jahr 2011 waren es noch 420'000 Übertretungen, im Jahr 2015 nur noch 368'000 – dadurch sind die Bussenerträge um 5,3 Millionen Franken gefallen.

Auch andere Städte haben weniger Bussen-Erträge

Damit ist Zürich nicht allein: Auch in Basel, Luzern und Winterthur gehen die Erträge zurück. Die Polizeisprecher aus Basel-Stadt, Winterthur und Zürich sind sich einig, dass das unter anderem auf die Bekanntheit der Blitzkästen zurückzuführen sei. Diese würde zu verbesserter Verkehrsdisziplin und somit «wahrscheinlich auch zu mehr Verkehrssicherheit an den gewählten Standorten» führen, sagte Bianca Liechti, Mediensprecherin der Stadtpolizei Winterthur, zum «Tages-Anzeiger».

Deutlich mehr Rotlichtbussen

Obwohl weniger Raser geblitzt wurden, erwischen Radarkästen immer mehr Rotlichtmissachtungen: Der Ertrag aus den Bussen ist von 2013 bis 2015 um 86 Prozent gestiegen, von 12,2 Millionen Franken auf 22,7 Millionen Franken. Die Stadtpolizei setzt immer mehr auf kombinierte Messanlagen, die sowohl Missachtungen des Rotlichts als auch Geschwindigkeitsübertretungen messen. Das heisst: Wer bei Orange Gas gibt, riskiert eine Geschwindigkeitsbusse.

Auch bei Rotlichtern nimmt die Dienstabteilung Verkehr Hinweise aus der Bevölkerung entgegen. Zusätzlich weist die Stapo auf Orte hin, an denen häufig Unfälle passieren. Diese würden vor allem durch Rotlichtsmissachtung verursacht, sagt Heiko Ciceri, Mediensprecher der Dienstabteilung Verkehr. Obwohl Blitzer weniger Geschwindigkeitsübertretungen registrieren, seien sie aber nicht überflüssig. Fahrer würden ihr Verhalten anpassen, wodurch Unfällen vorgebeugt werde.

Fehler gefunden?Jetzt melden.