Umfrage: 89 Prozent der Araber sind gegen den IS
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Umfrage89 Prozent der Araber sind gegen den IS

Die Mehrheit der Araber lehnt die Terrormiliz Islamischer Staat ab, wie die grösste Umfrage im Nahen Osten zeigt. 62 Prozent halten den Sturz Assads für die beste Option.

von
pat
Eine Umfrage zeigt: Die überwältigende Mehrheit aller Araber spricht sich gegen den IS aus.

Eine Umfrage zeigt: Die überwältigende Mehrheit aller Araber spricht sich gegen den IS aus.

Keystone/AP/Uncredited

Mehr als 18'300 Menschen in zwölf Ländern des Nahen Ostens wurden auch in diesem Jahr vom Forschungsinstitut Arab Center for Research and Policy Studies zu den Themen IS, Demokratie, Religion, Israel, Flucht und Migration befragt.

Der Arab Opinon Index gilt als grösste Umfrage in der arabischen Welt. Sie zeigt, dass 89 Prozent der Araber die Terrormiliz Islamischer Staat ablehnen. Am stärksten war die Ablehnung in den Ländern, die selbst von der Terrormiliz stark betroffen sind: Im Libanon, Jordanien und im Irak erreichte sie jeweils 99, 97 und 97 Prozent. Am niedrigsten war sie in Mauretanien mit 74 Prozent.

62 Prozent halten den Sturz des Regimes für die beste Option in Syrien. Zwölf Prozent sind für die Vernichtung aller Oppositionsgruppen. Und neun Prozent glauben, dass erst der IS zerschlagen werden muss, bevor überhaupt eine politische Lösung gefunden werden kann.

Mehrheit findet Arabischen Frühling schlecht

23 Prozent würden gern ihr Heimatland verlassen. Die Gründe dafür waren unterschiedlich. Zwei Drittel der Iraker verwiesen auf den Mangel an Sicherheit, während bei den Jordaniern mehrheitlich wirtschaftliche Gründe genannt wurden.

Den Arabischen Frühling bezeichnet erstmals eine Mehrheit als negativ. Als Grund nennen die Befragten den Mangel an Sicherheit, das zunehmende Chaos und die vielen Toten. Lediglich 34 Prozent betrachten den Arabischen Frühling als positiv und verweisen auf eine Zunahme an Meinungsfreiheit und auf den Sturz korrupter Regierungen. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 hatten ihn lediglich 22 Prozent als negativ betrachtet.

Nicht immer ergeben die Werte 100 Prozent, da manchmal auch Antworten wie «Ich weiss nicht» oder «neutral» zugelassen waren. Die Interviews wurden in Ägypten, Algerien, Jordanien, Kuwait, Mauretanien, Marokko, Palästina, Saudi-Arabien, Tunesien sowie im Irak und Libanon durchgeführt.

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