Aktualisiert 15.05.2019 12:01

Eishockey-Nati

9:0-Punkte, 16:1-Tore, aber da liegt noch mehr drin

Im Eilzugstempo bewegt sich die Nati in Richtung Viertelfinals. Und erfreulich ist: Trotzdem gibt es noch Luft nach oben.

von
Marcel Allemann, Bratislava

3 Spiele, 3 Siege, 9 Punkte, 16:1-Tore, 143:58-Schüsse, 2 Shutouts von Goalie Reto Berra. Die bisherigen Zahlen der Eishockey-Nati an der WM 2019 in der Slowakei lesen sich gut. Ausserordentlich gut sogar. Auch wenn die ersten drei Gegner «nur» Italien, Lettland und Österreich waren, die Schweizer Dominanz ist eindrücklich.

Auch Nationaltrainer Patrick Fischer ist sehr zufrieden. Was ihn besonders freut, ist das Defensivverhalten: «Gegen Österreich haben wir nur zwei Topchancen zugelassen, das ist ein ausgezeichneter Wert.»

Gegen Norwegen die Viertelfinals klar machen

Mit einem weiteren Sieg am Mittwoch-Nachmittag gegen Norwegen kann die Nati bereits vorzeitig das Ticket für die Viertelfinals buchen. Bevor sie sich ab Samstag mit den drei Grossen in der Gruppe (Schweden, Russland und Tschechien) messen wird. Besser hätte sich diese WM für den Silbermedaillen-Gewinner des Vorjahres nicht anlassen können.

Und optimal ist auch: Die Schweiz bewegt sich noch nicht am Limit, hat noch Luft nach oben. Das weiss der Trainer, das wissen die Spieler. So mussten sie sich die Siege gegen Lettland (3:1) und Österreich (4:0) richtiggehend erdauern. Die entscheidenden Schweizer Tore fielen jeweils erst in den Schlussminuten. Das ist ein heisser Tanz, ein solches Spiel kann auch einmal in die andere Richtung kippen.

Philipp Kurashev mit dem 3:0. Der Schweizer trickst die Scheibe ins gegnerische Tor. (Video: SRF)

Klar hätte sich auch Fischer gewünscht, dass sein Team früher für klare Verhältnisse gesorgt hätte. Er sagte dazu: «Das gibts halt im Sport.» Ein gutes Zeichen ist es aber , dass die Mannschaft in diesen Schlussphasen gegen Lettland und Österreich jeweils nicht hektisch wurde, sondern ihre Klasse ausspielte.

Roman Josi sieht noch Verbesserungspotenzial

«Gut an der Situation war, dass wir geduldig blieben und auch auf der Bank nie nervös wurden. Wir hatten das Spiel im Griff, letztlich war es nur eine Frage der Zeit bis uns das zweite und dritte Tor gelingen würde», befand Sven Andrighetto, der nach seinem Playoff-Out mit Colorado erstmals an dieser WM zum Einsatz kam. Er sagte aber auch: «Wir müssen uns aber schon dafür an der eigenen Nase nehmen, dass wir so lange brauchten, um dieses Spiel zu entscheiden.»

Man darf also trotz dem Punktemaximum und dem wunderbaren Torverhältnis durchaus ein wenig mäkeln. Das tut auch Roman Josi, der Schweizer Verteidigungsminister. Er hat im Schweizer Spiel noch zwei andere Sachen ausgemacht, die verbesserungswürdig sind: «Unser Powerplay könnte besser sein und auch der Start in die Spiele gegen Lettland und Österreich war nicht optimal, das können wir ebenfalls besser machen.»

Die nächste Chance dazu kommt bereits heute gegen Norwegen. «Das wird sicher nochmals ein ähnliches Spiel wie die beiden letzten», glaubt Josi, «und danach kommen die Partien gegen die Grossen und gegen die wollen wir auch unbedingt etwas reissen.»

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