9/11: Fünf Jahre im Knast - unschuldig

Aktualisiert

9/11: Fünf Jahre im Knast - unschuldig

Benemar Benatta wurde am 5. September 2001 in Haft genommen. Von den 9/11-Anschlägen hat er gar nichts mitgekriegt, denn er sass in Isolationshaft. Dennoch blieb Benatta ganze fünf Jahre unschuldig im Gefängnis. Misshandlungen und die Ungewissheit über sein Schicksal haben ihn gebrochen.

Am 11. September 2001 erklärten FBI-Beamte dem algerischen Deserteur Benatta, dass in New York verheerende Anschläge stattgefunden hatten. Zuvor war der Algerier am 5. September an der kanadischen Grenze verhaftet worden, als er um politisches Asyl in Kanada nachsuchte. Doch ihm wurde kein Asyl in Kanada gewährt, sondern eine Zelle in einem US-Ausschaffungsgefängnis zugewiesen.

Im Gefängnis sollte Benatta die nächsten fünf Jahre bleiben. Unschuldig, aber wegen seiner arabischstämmigen Herkunft stets verdächtig, entging er der Isolationshaft ebensowenig wie den ständigen Schikanen der Wärter, Schlafentzug und Misshandlungen.

Benatta erging es nicht anders als rund 1200 anderen arabischen und muslimischen Männern, die im Zuge der Untersuchungen der 9/11-Anschläge festgenommen und des Terrorismus beschuldigt wurden.

Dass Benatta allerdings gleich fünf Jahre unschuldig im Gefängnis bleiben musste, ist fast unerklärlich. Bereits im November 01 bescheinigte ihm das FBI eine reine Weste, was die Anschläge betraf. Dennoch behielt man ihn im Gefängnis unter dem Vorwand, er sei mit gefälschten Papieren gereist. Diese Anklage musste wegen Verfahrensfehlern fallengelassen werden.

Benemar Benatta ist vermutlich der letzte Strafgefangene, der nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 in Amerika aus der Haft entlassen wurde.

Nach fünf Jahren unschuldig im Gefängnis ist er ein gebrochener Mann.

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