9/11-Prozess: Geschworene ringen um Urteil
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9/11-Prozess: Geschworene ringen um Urteil

Die Geschworenen im Terrorprozess gegen Zacarias Moussaoui haben sich auch am fünften Tag ihrer Beratungen nicht auf ein Urteil geeinigt. Die Jury in der amerikanischen Stadt Alexandria vertagte sich am Montag erneut.

Die zwölf Geschworenen entscheiden über Leben und Tod des Angeklagten. Moussaoui wird zur Last gelegt, dass er die Anschläge vom 11. September mit einer rechtzeitigen Aussage hätte verhindern können.

Die Beratungen haben damit bereits mehr als 28 Stunden angedauert. Über den Inhalt wurde nichts bekannt. Beobachter glauben aber, dass die lange Dauer darauf hindeutet, dass mindestens einer der Geschworenen dagegen ist, die Todesstrafe gegen Moussaoui zu verhängen. Je länger die Beratungen noch andauern, desto unwahrscheinlicher wird nach Ansicht von Experten ein Todesurteil. Ein Todesurteil kann nur einstimmig beschlossen werden. Sind die Geschworenen uneins, wird Bezirksrichterin Leonie Brinkema den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilen.

Der 37-jährige französische Staatsbürger war einen Monat vor den Anschlägen in New York und Washington festgenommen worden. Er gestand im April vergangenen Jahres, sich an einer Verschwörung der Terrororganisation Al Kaida für eine Flugzeugentführung beteiligt zu haben. Während des Prozesses erklärte er, dass er am 11. September 2001 ein Flugzeug ins Weisse Haus hätte steuern sollen. Der Wahrheitsgehalt dieses Geständnisses ist jedoch umstritten.

Die Verteidigung versuchte während des Prozesses, Moussaoui als schizophren darzustellen. Der Angeklagte lehnte aber jede Zusammenarbeit mit den Anwälten ab. (dapd)

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