9/11-Verschwörung am Computer zerpflückt
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9/11-Verschwörung am Computer zerpflückt

Verschwörungstheorien um den Einsturz der Zwillingstürme von New York halten sich bis heute. Eine neue Computersimulation zeigt nun: Die Explosionskraft des Kerosins wurde unterschätzt.

Wurden die Zwillingstürme gezielt gesprengt? War es Israel, der CIA, oder die Regierung Bush, die beim Einsturz nachgeholfen haben? Bis heute halten sich die Verschwörungstheorien rund um die Anschläge vom 11. September 2001 in New York, wonach nicht der Aufprall der Flugzeuge für den Einsturz der Türme des World Trade Centers verantwortlich war. Sowohl Einschlagskraft der Flugzeuge als auch die mitgeführte Kerosinmenge hätten die Gebäude nicht zum Einsturz bringen können, sagen die Skeptiker.

Wissenschaftlich zerpflückt

Ingenieure und Computerspezialisten der Purdue-Universität in Indiana haben nach einem Bericht des «Tages Anzeigers» diese Theorie nun wissenschaftlich zerpflückt. In einer detaillierten Computersimulation über den Ablauf des Flugzeugabsturzes in die Stockwerke 94 bis 96 in den Nordturm zeigen sie minutiös auf, wie sich das Flugzeug durch die Aussenwand des Nordturms bohrt, Stahlträger wegrasiert werden und der Sprühregen des Kerosins explodiert. Die Wissenschafter stützten sich bei ihrer Simulation auf Angaben zu den Türmen und zur Boeing 767.

Stahlträger hielten der Hitze nicht stand

Für Wissenschafter Christoph Hoffman von der Purdue-Universität ist klar: Die Explosionskraft von über 100'000 Liter Kerosin wurde völlig unterschätzt. Denn laut Purdue-Untersuchung war für den Einsturz tatsächlich die Explosion des Kerosins im Innern der Türme verantwortlich. Die Hitze von mindestens 700 Grad brachte die tragenden Stahlträger zum Schmelzen. Sie brachen ein und rissen durch die Wucht des Einsturzes auch die darunterliegenden Träger mit. Begünstigt wurde der Vorgang durch die relativ dünne Feuerdämmung, die durch den Einschlag der Maschinen von den Stahlträgern gerissen wurde.

Die Simulation zeigt, dass im 94. Stock elf der 47 Stahlträger schmolzen. Im 95. Stock waren es zehn und im 96. neun. Sind 25 Prozent der Träger eines Gebäudes geschwächt, so ist es einsturzgefährdet, so Hoffmann.

«Wir wollten nichts aufbauschen»

Allein für die erste halbe Sekunde der Simulation investierten die Wissenschafter 80 Stunden an Programmierarbeit. Insgesamt sollen sich die Kosten der Purdue-Untersuchung auf 10 bis 20 Millionen Dollar belaufen haben. Christoph Hoffman: «Wir wollten die Abläufe so vernünftig und realitätsnah rekonstruieren wie möglich, ohne sie aber aufzubauschen.»

(meg)

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