Aktualisiert 22.12.2007 10:30

9/11: Was verschwieg die CIA?

Schon wieder steht der US-Geheimdienst CIA wegen Videoaufnahmen im Mittelpunkt einer Untersuchung. Einem Zeitungsbericht zufolge wurden einer Expertenkommission zum 11. September Verhörvideos mit Terrorverdächtigen vorenthalten.

Wie die «New York Times» in ihrer Samstagsausgabe unter Berufung auf ehemalige Kommissionsmitglieder berichtet, hatte die Expertenkommission 2003 und 2004 mehrfach detaillierte Anfragen zu den Verhören mit mutmassliche Mitgliedern des Terrornetzwerks Al Kaida an den Geheimdienst gerichtet, wurde aber nie über die Bänder informiert.

Die CIA hatte demnach stets versichert, dass alle Anfragen beantwortet seien. In einem internen Vermerk fordert die Kommission laut «New York Times» eine Untersuchung des Falles. Damit soll bestimmt werden, ob die CIA rechtswidrig gehandelt habe.

«Keine Anfrage gestellt»

Laut US-Bundesrecht macht sich strafbar, wer «wissend und vorsätzlich» Information vor einer Untersuchungskommission zurückhält oder den Ermittlern gegenüber falsche Angaben macht.

Ein CIA-Sprecher sagte, dass der Geheimdienst bereit gewesen sei, die Videobänder an den Untersuchungssausschuss weiterzugeben. Allerdings habe die Kommission nie ausdrücklich nach diesen gefragt.

Die CIA habe sich «sehr bemüht», den Wünsche der Kommission nachzukommen, betonte Sprecher Mark Mansfield. Die Kommissionsmitglieder hätten detaillierte Informationen zu Gefangenenverhören bekommen.

Videos vernichtet

Vor zwei Wochen hatte die CIA die Vernichtung von Verhörvideos von Terrorverdächtigen eingeräumt. Der Geheimdienst versicherte, er habe damit Agenten vor Vergeltungsmassnahmen von Al Kaida schützen wollen.

Menschenrechtsorganisationen und Oppositionspolitiker werfen der Regierung von Präsident George W. Bush vor, mit den Aufnahmen mögliche Beweise für Misshandlungen oder gar Folter von Terrorverdächtigen in US-Gewahrsam vernichtet zu haben. (sda)

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