Nachhaltig: 9 Beispiele, wie die Städte der Zukunft aussehen

Ein gigantischer Spiegel mitten in der Wüste: So stellen sich die Architekten «The Line» vor, ein Städteprojekt in Saudiarabien.

Ein gigantischer Spiegel mitten in der Wüste: So stellen sich die Architekten «The Line» vor, ein Städteprojekt in Saudiarabien.

NEOM
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Futuristisch9 Beispiele, wie die Städte der Zukunft aussehen könnten

Nicht nur die verspiegelte Megastadt in Saudiarabien zeigt uns, wie die Zukunft aussehen könnte, es gibt auch diverse andere Projekte. Wir zeigen dir neun davon.

von
Meret Steiger

Nicht nur die Wohnungsnot ist ein globales Problem, auch Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden in diesem Zusammenhang immer wichtiger. Kein Wunder also, stellen diverse Unternehmen Projekte vor, wie die Zukunft des Städtebaus aussehen könnte. Wir zeigen dir neun Visualisierungen, die zeigen, wie unser Lebensraum einst aussehen könnte.

The Line, Saudiarabien

200 Meter breit, aber 170 Kilometer lang: Im Inneren von «The Line» verbirgt sich eine ganze Stadt.

200 Meter breit, aber 170 Kilometer lang: Im Inneren von «The Line» verbirgt sich eine ganze Stadt.

Die Regierung von Saudi Arabien hat Anfang des Monats spektakuläre Pläne für eine Stadt veröffentlicht: Dabei handelt es sich um eine 170 Kilometer lange und 500 Meter hohe verspiegelte «Mauer», in deren Inneren sich eine komplette Stadt verbirgt. Trotz der beeindruckenden Länge und Höhe soll die Stadt nur 200 Meter breit sein. Ausserdem wird ein Transportsystem versprochen, mit dem man innert 20 Minuten von einem Ende zum anderen kommen soll. Es soll ein «Modell für Naturschutz und verbesserte Lebensumstände für Menschen» sein, so Kronprinz Mohammed bin Salman über das Projekt.

Foster + Partners Amaravati Masterplan, Indien

Viel Grün, viel Wasser: Mindestens 60 Prozent der Flächen im Zentrum sollen mit Pflanzen oder Gewässern bedeckt sein.

Viel Grün, viel Wasser: Mindestens 60 Prozent der Flächen im Zentrum sollen mit Pflanzen oder Gewässern bedeckt sein.

Foster + Partners

Am Ufer des Flusses Krishna soll die Stadt Amaravati entstehen und die neue Hauptstadt des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh werden. Die Stadt wird um ein nadelförmiges Regierungsgebäude angeordnet. Auch hier wird auf Nachhaltigkeit und Nähe zur Natur geachtet: 60 Prozent der Fläche im Zentrum soll entweder mit Pflanzen oder Wasser besetzt sein. «Dieses Design bringt unsere jahrzehntelange Forschung in den Bereichen Nachhaltigkeit mit neuen Technologien aus Indien zusammen», sagt Foster + Partners, das zuständige Architekturbüro.

Telosa City, Vereinigte Staaten

Wird das «die nachhaltigste Stadt der Welt»? Darauf hofft zumindest Milliardär Marc Lore.

Wird das «die nachhaltigste Stadt der Welt»? Darauf hofft zumindest Milliardär Marc Lore.

BIG

Der dänische Architekt Bjarke Ingels und sein Architekturbüro BIG planen Telosa, eine Stadt für fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, die dereinst in einer amerikanischen Wüste entstehen soll. Die Idee zum Projekt stammt von Milliardär Marc Lore, der sich wünscht, dass Telosa «zur nachhaltigsten Stadt der Welt wird.»

BiodiverCity, Malaysia

BiodiverCity soll auf mehreren künstlichen Inseln entstehen.

BiodiverCity soll auf mehreren künstlichen Inseln entstehen.

BIG

Ebenfalls von BIG entworfen: BiodiverCity, ein 18 Quadratkilometer grosses Entwicklungsprojekt auf drei künstlichen Inseln. Die Inseln sollen vor Penang Island in Malaysia entstehen. Auf jeder dieser Inseln sollen 15’000 bis 18’000 Einwohnerinnen und Einwohner leben. Autos soll es keine geben, stattdessen ein autonomes Transportnetzwerk. Der Name kommt nicht von ungefähr: Die Gebäude sollen möglichst nachhaltig gebaut werden, mit einer Mischung aus Bambus und Holz und Beton aus recyceltem Material.

New Administrative Capital, Ägypten

Im Vergleich zu den anderen Visualisierungen wirkt diese noch ein bisschen rudimentär. Trotzdem sollen hier einst sieben Millionen Menschen wohnen.

Im Vergleich zu den anderen Visualisierungen wirkt diese noch ein bisschen rudimentär. Trotzdem sollen hier einst sieben Millionen Menschen wohnen.

SOM

Ägypten möchte eine komplett neue Hauptstadt für bis zu sieben Millionen Menschen bauen, um das Platzproblem in der dicht besiedelten und rasant wachsenden Hauptstadt Kairo zu lösen. Das Architekturbüro SOM hat für das privat finanzierte Projekt einen Masterplan präsentiert: Auf 700 Quadratkilometern (zum Vergleich: Zürich ist knapp 88 Quadratkilometer gross, Bern 51 Quadratkilometer) sollen sich die sieben Millionen Menschen ausbreiten können.

Maldives Floating City, Malediven

Ist dieser Plan die Lösung, falls die Malediven wirklich untergehen? Die schwimmende Stadt soll bereits 2024 existieren.

Ist dieser Plan die Lösung, falls die Malediven wirklich untergehen? Die schwimmende Stadt soll bereits 2024 existieren.

Waterstudio/Dutch Docklands Maldives

Der steigende Meeresspiegel ist für Küstenregionen ein Grund zur Sorge, das gilt besonders für die Malediven, die laut einigen Experten bis 2050 unbewohnbar werden. Die Regierung hat das Architekturbüro Waterstudio mit dem Design einer schwimmenden Stadt beauftragt, die schon 2024 bis zu 20’000 Menschen eine Heimat bieten soll. Die Stadt wird dabei auf schwimmenden Inselchen gebaut, die mit dem Meeresspiegel steigen.

Smart Forest City, Mexiko

Wer hier wohnen will, der sollte im Einklang mit der Natur sein. Das zumindest wünscht sich der Architekt.

Wer hier wohnen will, der sollte im Einklang mit der Natur sein. Das zumindest wünscht sich der Architekt.

Stefano Boeri Architetti

Der italienische Architekt Stefano Boeri ist für dieses Projekt verantwortlich: Die Smart Forest City soll in der Nähe von Cancun entstehen und hat auf seinen 557 Hektar insgesamt 7,5 Millionen kohlenstoffabsorbierende Pflanzen und Bäume. Wohnen können dort einst 130’000 Menschen, die möglichst im Einklang mit der Natur sein sollen, so Stefano Boeris Studio: «Es ist ein botanischer Garten mit einer modernen Stadt, inspiriert von der Maya-Vergangenheit und im Einklang mit der physischen und spirituellen Welt. Ein urbanes Ökosystem, in dem Stadt und Natur als ein Organismus funktionieren.»

The Orbit, Kanada

Die Ortschaft Innisfil befindet sich rund 60 Kilometer von Toronto entfernt. Sie soll zu einer smarten Stadt umgebaut werden.

Die Ortschaft Innisfil befindet sich rund 60 Kilometer von Toronto entfernt. Sie soll zu einer smarten Stadt umgebaut werden.

Norm Li / Partisans

Im Gegensatz zu den meisten anderen Projekten soll bei The Orbit nicht irgendwo auf einem leeren Fleck Wüste eine Stadt entstehen, sondern eine bereits bestehende Stadt modernisiert werden. Die Pläne des Architekturbüros Partisans zeigen eine fast autonome Stadt voller Glasfasern, Drohnen und selbstfahrender Autos.

Chengdu Future City, China

Eine Erweiterung für die dicht besiedelte Stadt Chengdu: Chengdu Future City.

Eine Erweiterung für die dicht besiedelte Stadt Chengdu: Chengdu Future City.

OMA

Das holländische Architekturbüro OMA ist verantwortlich für den Masterplan für die Chengdu Future City, die eine Erweiterung der Hauptstadt der Provinz Sichuan werden soll. Auf 4,6 Quadratkilometern sollen die Bewohnerinnen und Bewohner alles finden, was man zum Leben braucht – aber keine Autos, die sind nämlich nicht eingeplant, um die Bodenfläche möglichst effizient nutzen zu können. Stattdessen sollen autonome Transportmittel die Menschen schnell in den Rest der Stadt Chengdu bringen.

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