Aktualisiert 21.05.2018 21:38

Aargauer vor Alaska-Durchquerung9 Dinge, die für einen Trip in die Wildnis wichtig sind

Ein Trip in der Wildnis ist nicht zu unterschätzen. Zwei Aargauer wagen die Durchquerung Alaskas und müssen bei der Vorbereitung an vieles denken.

von
tam
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Zwei Aargauer wollen diesen Sommer Alaska durchqueren: 1100 Kilometer zu Fuss und 600 Kilometer mit dem Kanu.

Zwei Aargauer wollen diesen Sommer Alaska durchqueren: 1100 Kilometer zu Fuss und 600 Kilometer mit dem Kanu.

Manuel Meier
Insgesamt 45 Tage haben die beiden Wanderer für die 1100 Kilometer zu Fuss – täglich 10 bis 12 Stunden.

Insgesamt 45 Tage haben die beiden Wanderer für die 1100 Kilometer zu Fuss – täglich 10 bis 12 Stunden.

Manuel Meier
Die Route führt von der kanadischen Grenze nach Westen an den Pazifik. Das entspricht ungefähr der Strecke von Zürich nach Istanbul.

Die Route führt von der kanadischen Grenze nach Westen an den Pazifik. Das entspricht ungefähr der Strecke von Zürich nach Istanbul.

Google Maps

Zwei 24-jährige Aargauer werden im Juni und Juli 1700 Kilometer durch die Wildnis Alaskas zurücklegen und dabei vermutlich nur in einem Dorf auf andere Menschen treffen. Zehn Dinge mussten Manuel Meier und Lukas Mathis bei den Vorbereitungen beachten:

Hungrige Bären: Der Geruch von Essen zieht wilde Tiere an. Mit einem Angriff von Bären müssen die beiden Wanderer jederzeit rechnen. Deshalb wird das Essen in einem bärensicheren Container weit weg vom Zelt aufbewahrt. Ihr eigenes Zelt wird von einem Elektrodraht geschützt und ein Pfefferspray hilft in Not.

Gekürzte Zahnbürste: Der bequemste Rucksack wird einmal ungemütlich zum Tragen. Damit den beiden Aargauern nicht schon in der ersten Woche der Rücken schmerzt, versuchen sie, möglichst wenig Gewicht mitzuschleppen. Bei der Zahnbürste etwa bleibt der Stiel zu Hause. Damit können einige Gramm gespart werden.

Eingefettete Füsse: Wer die falschen Schuhe trägt, hat am Abend Blasen an den Füssen. Damit das nicht passiert, müssen die Füsse jeden Tag mit einer dicken Schicht Vaseline eingecremt werden. So können die beiden Abenteurer mit leichtem und schnell trocknendem Schuhwerk durch Sumpf und Morast waten.

Cracker mit Tartarsauce: Bewegung gibt Hunger. Die beiden Aargauer setzen auf ihrer Tour deshalb auf fetthaltige, aber leichte Nahrung wie Nüsse und Schokolade, insgesamt 4000 Kalorien pro Tag. Dehydrierte Menüs stehen ebenfalls auf dem Speiseplan sowie Cracker mit Tartarsauce und Erdnussbutter auf dem Löffel.

Nur ein Liter Trinkwasser: In Alaska hat es viele Bäche und Flüsse. Diese sind beim Wandern ein Hindernis, für das Überleben aber von grösster Bedeutung. Statt viel Wasser mitzuschleppen, können die beiden Abenteurer mit zwei Tropfen Chemikalien daraus Trinkwasser machen.

Unterhosen am Rucksack: In der Wildnis gelten andere Hygienestandards. Die beiden Aargauer tragen nur ein Minimum an Kleidern mit. Zwei Unterhosen müssen für den monatelangen Trip genügen. Einmal im Bach geschwenkt und am Rucksack an der Luft getrocknet, ist die Unterwäsche wieder einsatzbereit.

Augenbinden aus dem Flugzeug: Draussen in der Natur zu sein, macht müde. Neben 10 bis 12 Stunden Wanderzeit braucht es ebenso lange, um sich wieder zu erholen. Doch wegen der Mitternachtssonne braucht es dafür eine Augenbinde – gespendet von der Fluggesellschaft, mit der die beiden Abenteurer anreisen.

Hilfe im Notfall: Die Infrastruktur in der Tundra ist eingeschränkt. Ein Handy-Netz gibt es beispielsweise nicht. Deshalb nehmen die 24-Jährigen ein Satellitentelefon mit, das im Notfall eine Verbindung zur Aussenwelt herstellt. Damit können sie auch die Flugzeuge abrufen, die die Essenscontainer auf der Strecke deponieren.

50 Jahre alte Karten: Das Gebirge wurde letztmals vor rund 50 Jahren erfasst. Die Wanderkarten sind entsprechend alt. Da es im Gebiet ohnehin weder Strassen noch Wege hat, spielt das aber nicht so eine grosse Rolle. Die Berge stehen ungefähr am gleichen Ort wie vor einem halben Jahrhundert.

Das Projekt

Die beiden Aargauer versuchen, das Brooks-Gebirge im Norden Alaskas von der kanadischen Grenze bis zur Beringstrasse im Westen zu durchqueren. Die beiden 24-Jährigen legen die Strecke zu Fuss und im Kanu zurück. Sie wandern täglich 10 bis 12 Stunden mit einem Rucksack, der ungefähr 20 Kilogramm wiegt. Anfang August sollten sie die Ortschaft Kotzebue an der Westküste von Alaska erreichen. Sie wären dann die jüngsten und unter den ersten europäischen Athleten, welche die Brooks-Gebirgskette komplett durchquert haben.

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