Abfalleimer in Flammen: 9 Jahre Gefängnis für Rauchen im Flugzeug
Aktualisiert

Abfalleimer in Flammen9 Jahre Gefängnis für Rauchen im Flugzeug

Ein 46-jähriger Brite hat auf dem Flug nach Sharm El-Sheikh in der Toilette geraucht und dabei einen Abfalleimer in Brand gesetzt.

von
kaf/vro
Ein Passagier hat diesen Hinweis ignoriert: Rauchverbots-Signal in einem Flugzeug.

Ein Passagier hat diesen Hinweis ignoriert: Rauchverbots-Signal in einem Flugzeug.

Wikipedia

Weil er sich auf der Flugzeugtoilette eine Zigarette angezündet und damit eine Notlandung ausgelöst hatte, ist ein 46-jähriger Brite zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Wie der Nachrichtensender BBC am Donnerstag berichtete, erhöhte ein Berufungsgericht in Birmingham ein erstes Urteil von viereinhalb Jahren Haft um weitere fünf Jahre. Es folgte damit der Staatsanwaltschaft, die die erste Strafe als zu mild einschätzte.

Der Mann hatte vor und während des Flugs von Birmingham nach Sharm El-Sheikh im Jahr 2015 getrunken und schliesslich auf der Flugzeugtoilette geraucht. Mit der Zigarette verursachte er einen Brand im Abfalleimer, den die Besatzung zunächst nicht löschen konnte. Die Maschine mit mehr als 200 Passagieren an Bord musste schliesslich notlanden. Der Pilot hatte in dem Verfahren erklärt, in seiner 20-jährigen Karriere noch keine dermassen gefährliche Situation erlebt zu haben.

Die Swiss kennt das Raucher-Problem

Passagiere, die während eines Fluges rauchen, gibt es auch bei der Swiss. Laut Sprecher Stefan Vasic sind es jedoch auf die Anzahl transportierter Fluggäste – 2016 waren es rund 16,5 Millionen – «einige wenige», die sich nicht an das Verbot halten. Wer erwischt wird, wird als «Unruly Passenger» behandelt – «renitente Fluggäste, die sich nicht an die Regeln halten und sich in einer Art und Weise benehmen, dass sie andere Passagiere und die Flugsicherheit stören oder gar gefährden», führt Vasic aus.

Zwar sei die Ursache in den häufigsten Fällen Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum, auf sie folgt allerdings das Missachten von Sicherheitsbestimmungen, wozu auch das Rauchverbot zählt.

Wer während eines Fluges beim Rauchen erwischt wird, erhält in jedem Fall eine schriftliche Ermahnung und wird im System erfasst. «Bei einem weiteren Verstoss gegen unsere Sicherheitsbestimmungen werden umgehend die entsprechenden Behörden verständigt», so Vasic.

Müsste das Flugzeug wegen eines Rauchers notlanden, so würde dieser dicke Post von der Swiss erhalten. «Wir behalten uns vor, nebst allfälligen rechtlichen Schritten auch den finanziellen Schaden in Rechnung zu stellen», erklärt Vasic. Und weiss die Airline nur über jene Vorfälle Bescheid, die während eines Swiss-Fluges passiert sind oder kann auch zurückverfolgt werden, dass eine Person bereits bei einer anderen Fluggesellschaft durch Rauchen aufgefallen ist? «Aus Gründen des Datenschutzes findet kein automatischer Austausch zwischen den Airlines statt», antwortet der Mediensprecher der Swiss. (kaf/vro/sda)

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