11.07.2020 09:05

Umstrittenes Strassenprojekt

90 Einsprachen gegen Bypass-Projekt in Luzern eingegangen

Gegen die Luzerner Stadtumfahrung Bypass sind rund 90 Einsprachen beim Uvek eingegangen. Nicht nur den betroffenen Gemeinden bereitet das Projekt Sorge. Umweltverbände fordern gar, das Vorhaben zu unterbinden.

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Rund 90 Einsprachen gegen das Luzerner Bypass-Projekt sind bis am Dienstag bein Uvek eingegangen.

Rund 90 Einsprachen gegen das Luzerner Bypass-Projekt sind bis am Dienstag bein Uvek eingegangen.

Astra
Das Projekt sieht einen 3,5 Kilometer langen Tunnel zwischen Ibach und Kriens vor. Dabei soll auch der Abschnitt der A14 von Ibach bis Buchrain von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden.  Beim Tunnel Rathausen ist eine dritte Röhre geplant.

Das Projekt sieht einen 3,5 Kilometer langen Tunnel zwischen Ibach und Kriens vor. Dabei soll auch der Abschnitt der A14 von Ibach bis Buchrain von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden. Beim Tunnel Rathausen ist eine dritte Röhre geplant.

KEYSTONE / Urs Flüeler
Nach dem Vorschlag des Bundesamts für Strassen Astra soll der heute überdachte Teil beim Tunnelportal (rot) teilweise überdacht werden (blau). Die Stadt Kriens fordert jedoch, dass die Autobahn bis zum Tunnel Schlund überdacht wird.

Nach dem Vorschlag des Bundesamts für Strassen Astra soll der heute überdachte Teil beim Tunnelportal (rot) teilweise überdacht werden (blau). Die Stadt Kriens fordert jedoch, dass die Autobahn bis zum Tunnel Schlund überdacht wird.

chance-bypass.ch

Die Einsprachefrist gegen den 1,8 Milliarden Franken teuren Bypass lief am Dienstag ab. Viele Einsprachen würden erfahrungsgemäss erst an jenem letzten Tag abgeschickt, hiess es beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) auf Anfrage. Jetzt ist auch die Zustellungsfrist verstrichen. Rund 90 Einsprachen wurden nun gezählt, teilte ein Uvek-Sprecher am Freitag mit.

Das Bypass-Projekt Luzern

Mit dem Grossprojekt will der Bund der Verkehrsbelastung im Raum Luzern Herr werden. Herzstück ist ein 3,5 Kilometer langer Tunnel zwischen Ibach und Kriens. Der Abschnitt der A14 von Ibach bis zum Anschluss Buchrain soll zudem von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden, beim Tunnel Rathausen ist eine dritte Röhre geplant.

Gemeinden wollen Feinschliff

Angaben zu den einzelnen Einsprechenden sowie deren Anträgen und Begehren machte das Uvek mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Zu ihren Einsprachen öffentlich geäussert hatten sich bereits die Anstössergemeinden Kriens, Luzern, Emmen und Ebikon.

Sie sprachen sich zwar grundsätzlich für das Grossprojekt aus, verlangten aber verschiedene Anpassungen. So pocht Kriens etwa auf eine weitere Überdachung der neuen Autobahn. Die Stadt Luzern kritisiert einen «unverhältnismässigen Eingriff» in die Landschaft durch den Spurausbau bei der Verzweigung Rotsee. Die Gemeinde Emmen fürchtet den Ausweichverkehr während der Bauarbeiten, in Ebikon sorgt man sich um das Grundwasser. Auch Nidwalden hat seine Position zum Bypass bekannt gegeben. Man begrüsse das Projekt, fordere aber, dieses bis nach Stans zu erweitern. Zudem verlangt die Nidwaldner Regierung flankierende Massnahmen.

Umweltverbände fordern Verzicht

Gar einen absoluten Verzicht auf den Bypass fordern die Umweltverbände VCS und WWF in ihrer Einsprache,. Dies, da der Bypass einen Kapazitätsausbau auf der Strasse bedeute. Werde dennoch am vorliegenden Vorschlag festgehalten, solle die heutige Stadtautobahn für den ÖV umgenutzt oder zurückgebaut werden.

Sämtliche Einsprachen werden nun beim Uvek gesichtet. Danach kann das Bundesamt für Strassen Astra zu den Einwendungen Stellung nehmen. Der frühestmögliche Baustart der Vorarbeiten könnte 2024 erfolgen. Die Bauzeit wird auf rund 12 Jahre geschätzt.

(SDA)

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10 Kommentare
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Samuel

11.07.2020, 12:49

Das solche Strassenprojekte heute überhaupt noch diskutiert werden? Wir müssen weniger Verkehr generieren, nicht mehr!! Hoffentluch wird dieser schwachsinnige Bypass nicht gebaut. Danke VCS, WWF und alle anderen die da Einsprache gemacht haben.

Mike

11.07.2020, 11:41

So vieles wäre besser, wenn man den VCS verbieten könnte. Echt schade, dass das nicht möglich ist...

Heini

11.07.2020, 11:12

Ich verstehe es einfach nicht. Umweltverbände, wohl gleichzusetzen mit dem links-grünen Lager, wehren sich gegen den Ausbau der Strasse. Aber der Zuwanderung will man auch keinen Riegel schieben. Dass alle Zuwanderer den ÖV nutzen ist einfach utopisch. Zudem bedeuten mehr Einwohner auch mehr Handwerker, mehr Lebensmittel, mehr versendete Päckli und so weiter. Das Bevölkerungswachstum lässt sich unmöglich nur auf den öffentlichen Verkehr wälzen.