Aktualisiert 03.04.2020 07:30

«Hebt es für Jüngere auf»

90-Jährige verweigert Beatmungsgerät

Eine 90-jährige Belgierin starb an Covid-19, weil sie die Behandlung mit einem Beatmungsgerät verweigerte. Sie wollte, dass jüngere Menschen davon Gebrauch machen können.

von
ete
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Die 90-jährige Suzanne Hoylaerts verzichtete freiwillig auf ein Beatmungsgerät und starb an Covid-19. (Quelle: Facebook)

Die 90-jährige Suzanne Hoylaerts verzichtete freiwillig auf ein Beatmungsgerät und starb an Covid-19. (Quelle: Facebook)

25. März: Luis Fernando Chuquispuma aus Madrid verlor am 14. März seinen Vater an Covid-19. Der 25-Jährige verbrachte 16 Stunden in der Wohnung mit der Leiche, bevor die Behörden sie abholten.

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25. März 2020: In Wuhan werden bereits Barrieren entfernt, ihre Stadt verlassen dürfen die Bewohner aber noch nicht.

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China Daily Cdic

Beatmungsgeräte können bei der heimtückischen Lungenkrankheit Covid-19 überlebenswichtig werden. In einigen Ländern sind aber nicht genug Maschinen vorhanden, weshalb die Ärzte entscheiden müssen, welche Patienten sie behandeln und welche nicht. Suzanne Hoylaerts hat selber entschieden und freiwillig auf ein solches Beatmungsgerät verzichtet.

Die 90-jährige Frau aus Belgien war an Covid-19 erkrankt und schwebte in Lebensgefahr. Ein Beatmungsgerät hätte ihr vielleicht helfen können. Die Seniorin bat aber die Ärzte, sie nicht künstlich zu beatmen, berichtete die belgische Zeitung «Het Laatste Nieuws», gestützt auf Aussagen von ihrer Tochter Judith. «Hebt sie euch für eure jüngeren Patienten auf», soll Suzanne Hoylaerts dem Personal auf der Intensivstation gesagt haben.

«Ich hatte ein gutes Leben»

Ihre Mutter sei trotz ihres hohen Alters rüstig gewesen. Vor einiger Zeit klagte sie aber über Appetitlosigkeit. Dazu kamen Atemprobleme. Weil Suzanne Hoylaerts nach einer Lungenentzündung im letzten Jahr zur Risikogruppe gehörte, brachte sie Tochter Judith am 20. März ins Krankenhaus, wo sie positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die 90-Jährige wurde auf die Intensivstation gebracht und starb am 22. März, wenige Tage nachdem sie das Beatmungsgerät verweigert hatte.

Wegen der Ansteckungsgefahr durfte Judith ihre Mutter bis zu deren Tod nicht mehr besuchen, auch an die Beerdigung kann sie nicht gehen, schrieb der «NZ Herald». Aber sie erinnere sich genau an die letzten Worte, die ihre Mutter zu ihr gesagt habe, bevor sie auf der Intensivstation isoliert wurde: «Du darfst nicht weinen. Ich hatte ein gutes Leben.»

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