30.01.2020 11:29

Insektensterben90 Prozent einer wichtigen Käferart sind weg

Der Erdbockkäfer ist selten und geschützt. Dennoch gilt er als wichtiger Indikator für Insektenbestände. Nun haben Forscher einen dramatischen Rückgang der Art festgestellt.

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las
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In den vergangenen 20 Jahren sind 90 Prozent der Erdbockkäfer rund um Basel verschwunden.

In den vergangenen 20 Jahren sind 90 Prozent der Erdbockkäfer rund um Basel verschwunden.

Stadtgärtnerei Basel-Stadt
Weil die Tiere als Indikator für andere Insektenpopulationen gelten, befürchten Forscher der Universität Basel einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt.

Weil die Tiere als Indikator für andere Insektenpopulationen gelten, befürchten Forscher der Universität Basel einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt.

Wikimedia/Siga
2004 wurden erstmals keine Exemplare in Basel gefunden. Nun wird ein weiträumiges Aussterben im Dreiland befürchtet.

2004 wurden erstmals keine Exemplare in Basel gefunden. Nun wird ein weiträumiges Aussterben im Dreiland befürchtet.

Wikimedia/Juan José de la Rosa

In den letzten 20 Jahren sind 90 Prozent der seltenen und geschützten Erdbockkäfer rund um Basel verschwunden. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie der Universität Basel, die 13 Standorte im Dreiland untersucht hat. Das ist gravierend, weil von vom Erdbockkäfer auch auf die Bestände anderer Arten rückgeschlossen werden kann, so die Forscher. Sie befürchten, dass dies mit einer «dramatischen Abnahme» der Artenvielfalt einhergehe, wie Studienleiter Dirk Baur gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von SRF sagt.

Insekten wie der Erdbockkäfer würden wichtige Leistungen für das Ökosystem erbringen, so Baur weiter. Dazu gehörten die Bestäubung von Obst und Gemüse, die Auflockerung des Bodens sowie die Reduktion von Schädlingspopulationen. Mit dem Rückgang der Artenvielfalt würden diese Leistungen «schleichend abgebaut», warnt er.

Schuld ist der Mensch

«Es ist immer der Mensch, der den Käfer vertreibt», mahnt Baur im «Regionaljournal». Als hauptverantwortlich für das Verschwinden der Art sieht er die intensive Landwirtschaft. So würden intensive Düngung und der Einsatz von Herbiziden den Tieren zusetzten. Am Rheinbord werde der Käfer durch die intensive Freizeitnutzung vertrieben. In Allschwil BL sei er durch eine Überbauung bedroht.

Gemäss Informationen der Stadtgärtnerei Basel-Stadt wurde der Bestand der Art am Rheinbord der Stadt im Jahr 1988 auf knapp tausend Exemplare geschätzt. Im Jahr 2004 seien erstmals keine der Tiere mehr gefunden worden. Ein Aussterben sei zu befürchten. Zudem müsse man davon ausgehen, dass die flugunfähige Art ihr altes Territorium nicht von anderen Gebieten aus wiederbesiedeln kann.

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