Aktualisiert 30.11.2010 08:37

Rekord in Pfyn

91,4 Prozent für Ausschaffungs-Initiative

Die Thurgauer Gemeinde Pfyn hat die Ausschaffungsinitiative am Sonntag mit 91,4 Prozent angenommen. Kriminelle Ausländer kennt man dort aber keine.

von
Simon Städeli
Pfyn hat die Ausschaffungsinitiative mit 91,4 Prozent Ja-Stimmen befürwortet. Das deutlichste Resultat in der ganzen Schweiz.

Pfyn hat die Ausschaffungsinitiative mit 91,4 Prozent Ja-Stimmen befürwortet. Das deutlichste Resultat in der ganzen Schweiz.

«Bei uns gibt es gar keine kriminellen Ausländer», sagt eine 48-jährige Pfynerin. Wie so viele in der 2000-Seelen-Gemeinde hat sie keine genaue Erklärung für das schweizweit eindeutigste Ja zur Ausschaffungsinitiative der SVP. Auch die höchste Pfynerin, Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller, war überrascht, glaubt aber, dass der Grund bei den vielen Einbürgerungen in den vergangenen Jahren zu finden ist. «Es wurden auch Familien eingebürgert, die wenig Integrationsbemühungen zeigten», sagte Müller. Trotzdem habe die Gemeinde aber nie ernsthafte Probleme mit den rund 200 Ausländern gehabt.

Dass dies kein Widerspruch ist, zeigt die Erst-Analyse des Forschungsinstitut GFS. Die Zustimmung für die Initiative war demnach auf dem Land viel stärker als in den Städten, wo der Anteil krimineller Ausländer grösser ist. Der Grund: Auf dem Land wollten die Menschen die Vorrechte der Schweizer gegenüber den Ausländern verstärkt bewahren.

Im Restaurant Krone im Dorfzentrum von Pfyn bestätigt dies ein Gast: «Hier an der Grenze gibt es mehr Ausländer. Die nehmen uns die Arbeit weg.» Auch wenn in Pfyn selber keine Probleme bestehen, «liest man doch sehr oft von kriminellen Ausländern in den Medien», hiess es zudem am Stammtisch in einer Dorfbeiz.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.