Krawallnacht - 91 Wegweisungen sind schon nicht mehr gültig
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Krawallnacht91 Wegweisungen sind schon nicht mehr gültig

Am Ostersonntag markierte die Stadtpolizei St. Gallen Präsenz und sprach rund 650 Wegweisungen aus. In der Zwischenzeit haben sich 114 Personen dagegen gewehrt, 91 davon mit Erfolg.

von
Leo Butie

Am Ostersonntag wies die Stadtpolizei 650 Personen weg.

20M/BRK News

Darum gehts

  • Die Stadtpolizei St. Gallen hatte am Ostersonntag ungefähr 650 Personen weggewiesen.

  • Damit wollte sie weitere Krawalle in der Innenstadt verhindern.

  • 114 Personen haben sich gegen die Wegweisung gewehrt.

  • 91 Wegweisungen wurden mittlerweile zurückgezogen.

Die Stadtpolizei St. Gallen hat von den rund 650 Wegweisungen, die am Ostersonntag ausgesprochen wurden, 91 bereits wieder für ungültig erklärt. «Bislang haben sich 114 Personen bei uns gemeldet», so Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen, zu FM1Today Drei davon waren Auskünfte bezüglich einer Wegweisung, in 19 Fällen hielt man an der Wegweisung fest und 91 wurden aufgehoben. Ein Fall ist noch hängig. Auf dem Rechtsweg sind rund 25 Rekurse eingegangen. Davon wurden 20 bereits wieder von der Polizei zurückgezogen.

Eine Person, die eine solche Wegweisung erhielt, darf sich für 30 Tage nicht in der Stadt aufhalten. Die Polizei wies aber darauf hin, dass Arbeit oder Schule sowie wichtige Einkäufe weiterhin erlaubt sind. Weggewiesene hatten das Vorgehen kritisiert und empfanden die Wegweisungen als übertriebene Massnahme. So erzählte ein Jugendlicher gegenüber 20 Minuten, dass er vom Fussballspielen auf dem Nachhauseweg war und trotzdem eine Wegweisung von der Polizei erhielt. Als er nach dem Grund fragte, antwortete der Polizist: «Ihr müsst jetzt halt für die anderen in den sauren Apfel beissen, ihr wart zur falschen Zeit am falschen Ort.»

Auch Rechtsexperten und Politiker hatten das Vorgehen kritisiert. Die Polizei erklärte sich bereit, Wegweisungen zurückzuziehen, wenn diese unbegründet waren. Dafür mussten sich Weggewiesene bei der Polizei melden und glaubhaft darlegen, dass sie nicht dem Gewaltaufruf folgen wollten. Bereits am folgenden Mittwoch hatte die Polizei neun Wegweisungen zurückgezogen.

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Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

Die Polizei kontrolliert eine Gruppe Menschen am Blumenmarkt.

20min
So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

So sah es auf dem Roten Platz um 23.30 Uhr aus - menschenleer.

20min
Auch nach 23 Uhr zeigt die St. Galler Polizei Präsenz und kontrolliert vereinzelt Menschen am Bahnhof.

Auch nach 23 Uhr zeigt die St. Galler Polizei Präsenz und kontrolliert vereinzelt Menschen am Bahnhof.

20min

Polizei ist mit dem Einsatz zufrieden

Nach den Ausschreitungen vom Karfreitag folgten für den Ostersonntag weitere Gewaltaufrufe. Am Sonntagabend waren deshalb rund um den Bahnhof und auf dem Roten Platz Polizisten in Vollmontur anzutreffen, die konsequent Personenkontrollen durchführten. Diese waren im Vorfeld angekündigt. Ziel des Auftretens war das Verhindern einer erneuten Krawallnacht.

Auch am Freitag, 9. April wurde wieder zu Gewalt aufgerufen. Doch die befürchteten Krawalle blieben aus. Die Polizei griff wieder durch, und es wurden nochmals 90 Wegweisungen ausgesprochen. Zudem wurden 40 Personen «zwecks Abklärung von Straftatbeständen eingebracht». Über ein Dutzend der eingebrachten Personen waren minderjährig und mussten von ihren Eltern abgeholt werden.

Rückblickend ist man bei der Stadtpolizei mit dem Vorgehen weiterhin einverstanden. «Unser Ziel war es, die Gewaltspirale zu durchbrechen, was uns sicherlich gelungen ist», so Polizeisprecher Widmer zu 20 Minuten. Wie alle Aktionen sei auch dieser Einsatz intern analysiert und besprochen worden.

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