Aktualisiert 10.02.2004 16:57

94-Jährige bei Vergewaltigung gestorben

Mehr als ein Jahr nach dem Tod einer 94 Jahre alten Frau bei einer Vergewaltigung ist ein junger Mann in Deutschland zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

Mit dem Urteil gegen den 21-Jährigen wegen Vergewaltigung mit Todesfolge blieb das Landgericht Bielefeld am Dienstag nur knapp unter der Höchststrafe von zehn Jahren. Der geständige Maurer kommt unbefristet in die geschlossene Psychiatrie.

Er war nach eigenem Geständnis in ein Altenheim in Herford eingebrochen und hatte die Greisin bei dem Überfall so stark verletzt, dass sie starb. Der Prozess wegen Vergewaltigung mit Todesfolge galt wegen des Altersunterschieds als beispielloser Fall.

Die 94-Jährige hatte bei dem brutalen Überfall einen Bruch der Wirbelsäule und andere innere Verletzungen erlitten. Sie starb noch während der Vergewaltigung an akutem Herzversagen.

Es sei schwer zu verstehen, warum es den 21-Jährigen zu Seniorinnen zog, sagte der Vorsitzende Richter. Entscheidender sei aber die Frage: «Wie kann man einen Menschen so quälen und zu Tode bringen?»

Wunsch nach Macht

Vorrangiges Motiv sei offenbar der Wunsch gewesen, über Wehrlose Macht auszuüben. Voraussichtlich werde er «lange Jahre» in der Psychiatrie bleiben. Zwei Gutachter hatten den Mann als sexuell schwer gestört beschrieben.

Nach der tödlichen Vergewaltigung im Januar 2003 war das Heim unter Polizeischutz gestellt worden. Ein Massenspeicheltest unter mehr als 2000 Männern überführte den jungen Mann. Auch eine Attacke auf eine 86-Jährige gab er zu.

Der Vorsitzende Richter sprach von «schweren, rücksichtslosen, gemeinen, hinterhältigen, grausamen, erniedrigenden und feigen Taten». Der Maurer hatte ausgesagt, dass er vor den Taten Vergewaltigungsfantasien mit alten Frauen gehabt habe.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.