Florida: 98 Kilo, 5 Meter lang – Biologen fangen Rekord-Python ein

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Florida98 Kilo, 5 Meter lang – Biologen fangen Rekord-Python ein

In den Everglades hat ein Forscher-Team den bislang grössten Python in der Region entdeckt. Ein Männchen hatte die Biologen zum riesigen Weibchen geführt.

von
Karin Leuthold
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Forscher des Naturschutzbundes Conservancy of Southwest Florida haben im Everglades Nationalpark ein Python-Weibchen entdeckt, das 122 Eier in sich trug.

Forscher des Naturschutzbundes Conservancy of Southwest Florida haben im Everglades Nationalpark ein Python-Weibchen entdeckt, das 122 Eier in sich trug.

Conservancy of Southwest Florida
Das Tier wurde eingefangen. Es wog 98 Kilo und mass knapp fünf Meter.

Das Tier wurde eingefangen. Es wog 98 Kilo und mass knapp fünf Meter.

Screenshot Conservancy of Southwest Florida
Zuvor hatte der Python einen ganzen Weisswedelhirsch verzehrt. 

Zuvor hatte der Python einen ganzen Weisswedelhirsch verzehrt. 

Screenshot Conservancy of Southwest Florida

Darum gehts

  • In Florida haben Forscher ein rekordverdächtiges Python-Weibchen entdeckt.

  • Pythons sind im US-Staat seit Jahren eine Plage.

  • Die Tiere werden eingefangen und eingeschläfert.

Ein Team von Biologen des Naturschutzbundes im Südwesten des US-Staats Florida hat im Everglades Nationalpark ein rekordverdächtiges Python-Weibchen gefangen. 20 Minuten lang kämpften die drei Wissenschaftler mit dem Tier, bevor es «überwältigt» werden konnte, wie Teamleiter Ian Bartoszek an einer Pressekonferenz sagte. Auf die Waage brachte die rund fünf Meter lange Schlange sage und schreibe 98 Kilo. Die Experten vermuten, dass sie etwa 20 Jahre alt ist.

Der Dunkle Tigerpython wurde mithilfe eines männlichen «Lockvogels» entdeckt. Dafür benutzten die Forscher ein Männchen namens Dionysus, das mit einem Funksender ausgestattet wurde. Die Männchen führen die Biologen zu fortpflanzungsfähigen Weibchen. Dionysus hörte an einer gewissen Stelle im westlichen Teil des Dschungels auf, sich zu bewegen. «Wir wussten, dass er sich aus einem bestimmten Grund dort aufhielt, und das Team fand ihn mit dem grössten Weibchen, das wir bisher gesehen haben», sagte Bartoszek. Die weibliche Schlange trug bereits 122 Eier in sich, kurz zuvor hatte sie einen ganzen Weisswedelhirsch verzehrt.

Im August geht die Python-Jagd los

Der US-Staat Florida hat seit vielen Jahren ein Schlangen-Problem: Nachdem Hurrikan Andrew 1992 eine Schlangenfarm zerstörte, entwichen mehr als 1000 Tiere, die im subtropischen Klima Floridas gedeihen konnten. Zudem setzen verantwortungslose Tierhalter und Tierhalterinnen immer wieder ihre Pythons nach einer gewissen Zeit aus, oder die Tiere entkommen – und vermehren sich im Freien.

In den vergangenen zehn Jahren haben Forscher und Forscherinnen regelmässig Pythons in Florida gejagt, um die einheimischen Arten im Ökosystem zu schützen. 2013 gründete der Naturschutzbund das Python-Programm, bei dem mittlerweile mehr als 1000 Exemplare aus rund 260 Quadratkilometern in der südwestlichen Region des Staates erledigt wurden.

Zudem führt der Staat einen jährlichen Wettbewerb durch, bei dem auch die Öffentlichkeit die Wissenschaft bei der Jagd auf Pythons unterstützt. Beim sogenannten «Python Challenge» gibt es 2500 Dollar für die meisten gefangenen Pythons zu gewinnen und 1500 Dollar für die längste gefangene Schlange.

2021 hatte der Gewinner 223 Pythons eingefangen, der längste war über 4,5 Meter lang. In diesem Jahr findet der Wettkampf vom 5. bis 14. August statt. Es werden rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 25 verschiedenen Bundesstaaten erwartet. Am Schluss des Events werden die Pythons eingeschläfert – so auch das vor wenigen Tagen entdeckte Weibchen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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