Bedrohtes Naturwunder – 98 Prozent des Great Barrier Reefs von Korallenbleiche betroffen
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Bedrohtes Naturwunder98 Prozent des Great Barrier Reefs von Korallenbleiche betroffen

Eines der grössten Naturwunder der Erde ist durch den Klimawandel massiv bedroht: Im Great Barrier Reef häufen sich dramatische Korallenbleichen. Fast die gesamte Naturerbestätte war schon betroffen.

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Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens befindet sich wegen des Klimawandels unter enormem Druck.

Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens befindet sich wegen des Klimawandels unter enormem Druck.

imago images/blickwinkel
Weite Teile der Riffe sind wegen zu hoher Wassertemperaturen ausgebleicht.

Weite Teile der Riffe sind wegen zu hoher Wassertemperaturen ausgebleicht.

Imaginechina via AFP
Im Sommer 2019 machte Künstler Ed Wong auf die schlimme Situation der Riffe aufmerksam. Fast 75’000 Personen unterstützten eine Petition, die dem Great Barrier Reef die gleichen Rechte einräumen sollte, die allen australischen Bürgern und Bürgerinnen zustehen.

Im Sommer 2019 machte Künstler Ed Wong auf die schlimme Situation der Riffe aufmerksam. Fast 75’000 Personen unterstützten eine Petition, die dem Great Barrier Reef die gleichen Rechte einräumen sollte, die allen australischen Bürgern und Bürgerinnen zustehen.

William WEST / AFP

Darum gehts

  • Der Klimawandel und die Erwärmung der Ozeane setzen dem Great Barrier Reef massiv zu.

  • Fast das gesamte Weltnaturerbe ist von sogenannten Korallenbleichen betroffen.

  • Das Bleichen ist eine Stressreaktion von überhitzten Korallen.

Während in Glasgow die Weltklimakonferenz um Ergebnisse ringt, warnen Experten und Expertinnen in Australien vor einem dramatischen Korallensterben im Great Barrier Reef. Nur zwei Prozent aller Korallen in der Weltnaturerbestätte seien noch nicht vom Massenbleichen betroffen gewesen, seit das Phänomen im Jahr 1998 erstmals aufgetreten sei, heisst es in einer neuen Studie des Instituts für Korallenforschung an der James-Cook-Universität in Queensland. Mindestens 80 Prozent der Korallen seien seit 2016 «mindestens einmal stark ausgebleicht», hiess es.

Hitzewellen im Meer

Ursachen sind den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zufolge vor allem der Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung der Ozeane. Hauptautor Terry Hughes sprach von mittlerweile «rekordverdächtigen Hitzewellen» im Meer. Das Bleichen ist eine Stressreaktion von überhitzten Korallen – denn die sensiblen Organismen können nur in bestimmten Temperaturbereichen existieren. Fünf Massenbleichen seit 1998 hätten das weltgrösste Riff zu einem Schachbrett aus Riffen mit unterschiedlich starker Schädigung gemacht. Die Häufigkeit, die Intensität und das Ausmass der klimabedingten Hitzewellen nähmen immer weiter zu, warnte Hughes.

Verlangsamung des Klimawandels zwingend nötig

Die Autoren und Autorinnen forderten, dringend Massnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen. «Ironischerweise fällt die Veröffentlichung unserer Studie mit dem COP26-Treffen in Glasgow zusammen», betonte Hughes. «Eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch alle Länder ist für die Zukunft der Korallenriffe und für die Hunderte von Millionen Menschen, die von ihnen abhängig sind, von entscheidender Bedeutung.»

Die Unesco hatte erst im Juli gedroht, das Riff auf die Rote Liste des «gefährdeten» Welterbes zu setzen. Auf Druck der australischen Regierung war das Great Barrier Reef der Herabstufung aber gerade noch einmal entgangen. Erst 2023 soll wieder über das Naturwunder beraten werden.

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(DPA)

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