Abstriche für Kunden: A-Post könnte bald nur noch jeden zweiten Tag kommen
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Abstriche für KundenA-Post könnte bald nur noch jeden zweiten Tag kommen

Die Post droht in ein paar Jahren in Schieflage zu geraten. Daher soll die Grundversorgung überdacht werden. Möglich sind langsamere Sendungen und deutlich weniger Filialen.

von
Dominic Benz
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Die Post verdient immer weniger. 

Die Post verdient immer weniger.

Reuters
In einem soeben veröffentlichten Bericht hält das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) fest, dass die Post ab 2025 in finanzielle Schieflage geraten könnte. 

In einem soeben veröffentlichten Bericht hält das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) fest, dass die Post ab 2025 in finanzielle Schieflage geraten könnte.

Tamedia AG/Urs Jaudas

Darum gehts

  • Das Bundesamt für Kommunikation will den Grundversorgungsauftrag der Post überarbeiten.

  • Änderungen könnten 2025 kommen.

  • Abstriche müssten dann die Kunden machen.

  • Zur Diskussion stehen etwa eine langsamere A-Post und weniger Filialen.

Bei der Post läuft es mit den Päckli rund. Im vergangenen Jahr verarbeitete sie so viele wie noch nie. In anderen Bereichen wie der Briefpost oder Zahlungen in den Filialen geht es dagegen bergab. Der Trend dürfte sich weiterhin zuspitzen. Daher soll die Grundversorgung der Post überarbeitet werden, wie «CH Media» schreibt.

In einem soeben veröffentlichten Bericht hält das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) fest, dass die Post ab 2025 in finanzielle Schieflage geraten könnte. So sei das derzeitige Angebot in einer digitalisierten Welt nur schwer zu finanzieren.

Zustellung jeden zweiten Tag

Laut der Zeitung bleibt bis 2024 noch alles beim Alten. Danach sollen Änderungen kommen, die die Post-Kunden spüren werden. Sie müssten bei etlichen Diensten Abstriche in Kauf nehmen.

So will das Bakom die A-Post genauer unter die Lupe nehmen. Dabei sollen die so frankierten Sendungen nicht mehr am nächsten Tag, sondern nur noch alle zwei Tage zugestellt werden. Ab 2030 könnte die Post so 90 Millionen Franken jährlich sparen.

Teurere Briefe

Zudem steht eine Erhöhung der Preise für A- und B-Post bei Briefen zur Diskussion. In einer Umfrage sei die Akzeptanz von 1,50 auf 2 Franken pro Sendung getestet worden. Seit 2004 sind die Preise nicht mehr gestiegen, schreibt «CH Media» weiter.

Auch wird der Abbau von Post-Filialen genauer angeschaut. Das Gesetz schreibt vor, wie viele offizielle Filialen es in der Schweiz geben muss. Die Vorgaben könnten aber gelockert werden. So soll es 2024 noch 800 Filialen geben, 2019 waren es 981. Gleichzeitig zum Schrumpfkurs könnte die Zahl der Postagenturen in Läden steigen – auf 1300 von 1136.

Politik entscheidet

Ebenso schaut sich das Bakom die Finanzierung der Post durch den Staat und neue mögliche Einnahmequellen an. Ob die Änderungen kommen werden, entscheidet letztlich die Politik. Wie «CH Media» schreibt, habe diese aber bisher wenig Willen gezeigt, an der Grundversorgung zu schrauben.

Weniger Gewinn

Die Post verdient weniger. Das Ergebnis im Jahr 2019 ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Gewinn lag mit 255 Millionen Franken um 149 Millionen Franken tiefer. Auch das Betriebsergebnis ging um 55 Millionen Franken zurück und betrug 450 Millionen Franken. Die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht die Post am 11. März.

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