Aktualisiert 30.06.2009 07:33

Postregulator rüffeltA-Post kommt als B-Post

Der Postregulator stellt eine «unerfreuliche» Leistungsverschlechterung in der Grundversorgung der Post fest. Die Briefpost hat vermehrt Verspätung.

Die Postregulationsbehörde (PostReg) stellte auch für 2008 fest, dass vermehrt Briefe zu spät eingetroffen sind. Wie die PostReg am Dienstag mitteilte, kamen rund 121 000 A-Post- und 123 000 B-Post-Briefe zu spät. Im Fall der A-Post-Briefe bedeutet dies eine Zunahme von 44 Prozent. Zwar sei die Verschlechterung durch Anlaufschwierigkeiten bei den neuen Briefzentren erklärbar, schreibt die PostReg, dennoch sei sie unerfreulich.

Kritisch sieht die PostReg in diesem Zusammenhang auch, dass die Leerungszeiten der Briefkästen teilweise in den Vormittag verschoben werden und die Post testhalber in einigen Gemeinden des Kantons Waadt die Post erst nachmittags verteilt. Frühere Leerungszeiten und spätere Zustellungen würden nach Ansicht der PostReg einen klaren Abbau der Grundversorgung bedeuten.

Erneut verbessert hat sich der Dienst dafür bei den Paketen. Mit einer Zuverlässigkeit von 98 Prozent habe die Qualität im seit 2004 vollständig liberalisierten Markt kontinuierlich zugenommen, heisst es. Nachdem die Post im Monopolbereich der Briefe bis 100 Gramm schlechter abgeschnitten hat, folgert die Behörde, dass der Wettbewerb zu besseren Dienstleistungen führt. Mit den Monopoldiensten hat die Post aber trotz schlechterer Leistung knapp 70 Millionen Franken mehr verdient als im Vorjahr, nämlich rund 292 Millionen. Die postalische Grundversorgung war 2008 insgesamt eigenfinanziert und verbesserte das Ergebnis noch um 6,9 Prozent auf 857 Millionen Franken.

Den privaten Postanbietern attestiert die Behörde gute Arbeitsbedingungen. Für fast alle Mitarbeiter würden ein Mindestjahreslohn von 42 000 Franken und eine Regelarbeitszeit von 43 Stunden gelten. Der Gesamtarbeitsertrag (GAV) bei der Post sieht eine Wochenarbeitszeit von 41 Stunden vor. Die PostReg hielte einen GAV für den gesamten Postbereich für wünschbar.

Nach Ansicht der PostReg bieten die geltenden Regeln den privaten Anbietern immer noch zu wenig Anreiz für Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Deshalb sollten die Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass Restrukturierungen zwar durchgeführt werden, bei der Post entlassene Mitarbeiter aber neue Stellen im Sektor finden könnten. Eine weitere Marktöffnung könne diesem Ziel dienen, schreibt die PostReg. Ab Anfang Juli wird das Briefmonopol auf 50 Gramm gesenkt, später soll der Markt nach dem Willen des Bundesrats ganz liberalisiert werden. Das wird aber nicht vor 2013 der Fall sein.

2008 hat die Post noch 61 Poststellen geschlossen. Der Anteil von Agenturen nach dem Muster «Post im Dorfladen» stieg auf 8,6 Prozent. Zudem stieg die Zahl der Hausservice-Lösungen und jener Poststellen, die keine Finanzdienstleistungen anbieten. Anfang 2009 hat die Post zudem eine Liste von 420 potentiell gefährdeten Poststellen veröffentlicht, die bis 2011 analysiert werden sollen. Diese Untersuchung werde die PostReg «mit grossem Interesse» verfolgen, heisst es.

(dapd)

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