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Autobahn bei Wil A1 wieder überschwemmt – Lösung erst in Jahren

Schon wieder wurde nach heftigen Gewittern die Autobahn A1 so stark überschwemmt, dass sie nicht mehr befahrbar war. Eine Lösung ist in Sicht, jedoch erst in ein einigen Jahren.

von
jeb
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Wasser strömt am Sonntag (15.7.2018) auf die Autobahn A1 bei Wil SG.

Wasser strömt am Sonntag (15.7.2018) auf die Autobahn A1 bei Wil SG.

Leser-Reporter
Wassermassen strömen vom Wiesbord...

Wassermassen strömen vom Wiesbord...

Leser-Reporter
... auf die Autobahn.

... auf die Autobahn.

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Am Sonntagabend kam es in der Ostschweiz zu heftigen Gewittern: Die Autobahn A1 bei Wil SG wurde überflutet und es kam zu Erdrutschen. Die Folgen: Es kam zu Staus, Fahrspuren in beide Richtungen waren kurzzeitig komplett gesperrt, die Fahrspur Richtung Zürich blieb mehrere Stunden unbefahrbar.

Dies geschah nicht zum ersten Mal: Vor drei Jahren wütete ein heftiges Gewitter in der Region, worauf die Autobahn an derselben Stelle überflutet wurde. Mehr noch: Die Fahrspur Richtung Zürich war von 250 Kubikmetern Geröll bedeckt. Teilweise lag dieses bis 60 Zentimeter hoch, die Autobahn konnte erst am Morgen nach dem Unwetter wieder dem Verkehr übergeben werden.

Heftige Sommergewitter in der Ostschweiz

Heftige Gewitter zogen am Sonntag 15. Juli 2018 über die ganze Schweiz. Am stärksten geschüttet hat es im Osten. Die bei Wil SG vorübergehend gesperrte A1 ist wieder offen. (Video: Tamedia/Leser-Reporter)

Video: Leser-Reporter

Der gleiche Abschnitt wurde also wieder überflutet. Da stellt sich die Frage, ob aus dem Unwetter vor drei Jahren keine Lehren gezogen wurden. Die Behörden weisen das von sich. Erst kürzlich wurde das Hochwasserschutzkonzept Region Wil vorgestellt. Doch dessen Umsetzung dauert noch ein paar Jahre, wie Klemens Müller, Projektleiter Hochwasserschutz Region Wil vom Amt für Umwelt Thurgau, zu 20 Minuten sagt. Grund dafür sind die demokratischen Prozesse in der Schweiz. «Zahlreiche Personen und Gruppierungen können beim Projekt Einsprache einlegen.» Deshalb werde bereits bei der Vorbereitung darauf geachtet, dass der Projektvorschlag bei möglichst wenig Leuten anecke.

Frühester Baustart 2021

Eine weitere Herausforderung sei die dichte Bebauung in der Region, die es kaum möglich mache, Bäche umzulegen, zu verbreitern oder gar freizulegen. Das aktuelle Projekt ist auf 27,3 Millionen Franken budgetiert. Derzeit wird nach einem Wasserbauingenieur gesucht, der ein Auflageprojekt ausarbeitet, dass in die Vernehmlassung gehen kann. «Ein erster Entwurf könnte 2019 fertig sein, 2020 wäre es möglich, dass das Auflageprojekt steht», sagt Müller. Es müsse mit Einsprachen gerechnet werden, die man dann aus der Welt schaffen müsste. Frühestens 2021 könnte man mit der Umsetzung der baulichen Massnahmen beginnen, meint Müller.

Dass zwischenzeitlich die Autobahn wieder überflutet wird, könne man nicht ausschliessen. Das Problem ist ein sogenannter Düker, eine Druckleitung, die unter der Autobahn hindurchgeht. Dieser Düker war am Sonntag überlastet, weshalb das Wasser auf die Autobahn gelangte. Gibt es wieder heftige Regenfälle, kann die Autobahn wieder überschwemmt werden. Im neuen Projekt ist ein zweiter Düker vorgesehen, der Überschwemmungen der A1 künftig verhindern soll.

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