Super League: Aarau besiegt Basel und setzt Vaduz unter Druck
Aktualisiert

Super LeagueAarau besiegt Basel und setzt Vaduz unter Druck

Aarau holt im Spiel der letzten Chance drei Punkte gegen den Meister. Durch den 2:1-Sieg schliesst das Ponte-Team vorübergehend auf drei Zähler zu Vaduz auf.

von
ete
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Vaduz kann schon früh jubeln. Sutter bringt sein Team bereits in der 3. Minute in Führung.

Vaduz kann schon früh jubeln. Sutter bringt sein Team bereits in der 3. Minute in Führung.

FreshFocus/Andy Mueller
Christian Schneuwly schiesst sein erstes Tor für den FCZ. Er gleicht zum 1:1 aus.

Christian Schneuwly schiesst sein erstes Tor für den FCZ. Er gleicht zum 1:1 aus.

Walter Bieri
Vaduz geht nochmals in Führung. Irgendwann hat Djimsiti genug und fasst sich ein Herz. Er spielt sich in Doppelpässen mit Buff und Koch in den Strafraum und schiebt den Ball an Jehle vorbei.

Vaduz geht nochmals in Führung. Irgendwann hat Djimsiti genug und fasst sich ein Herz. Er spielt sich in Doppelpässen mit Buff und Koch in den Strafraum und schiebt den Ball an Jehle vorbei.

FreshFocus/Andy Mueller

Die Hoffnung beim Tabellenletzten Aarau auf den Klassenerhalt ist zurück. Die Aargauer kamen in der 34. Runde gegen den mit einer ungewohnten Elf angetretenen Meister Basel zu einem 2:1 (1:0) und verkürzten den Rückstand auf Vaduz auf drei Punkte.

Ein Eigentor von Mohamed Elneny, der mit einer Slapstick-Einlage die Aarauer bereits in der 5. Minute in Führung gebracht hatte, und Dusan Djuric (49.) schossen die Tore für die Aargauer, die im neunten Spiel unter Raimondo Ponte zu ihrem erst zweiten Sieg kamen. Erstmals überhaupt in diesem Jahr gewann der FC Aarau ein Spiel im Brügglifeld. Breel Embolo, der sich als einer der wenigen Basler sehr bemüht zeigte und stark spielte, schaffte nach Vorlage des eingewechselten Topskorer Shkelzen Gashi nach gut einer Stunde den Anschlusstreffer (62.).

Meisterkater beim FCB

Die Nachwehen der Basler Meisterfeier waren dem Team von Paulo Sousa eine Stunde lang anzumerken. Dem Tabellenletzten boten sich bereits in den ersten acht Minuten drei Topchancen. Der Treffer von Pablo Garat in der 3. Minute wurde wegen einer knappen Offsidestellung des Verteidigers aberkannt, zwei Minuten später führte Aarau aber dennoch, nachdem Elneny nach einem kläglichen Abschlussversuch von Dante Senger den Ball in den eigenen Torwinkel schoss. Drei Minuten später hatte Sandro Burki bereits das 2:0 auf dem Fuss.

Neidlos gratulierte FCB-Trainer Paulo Sousa dem FC Aarau zum verdienten Sieg. Bei seinem Team monierte der Portugiese die fehlende Intensität. Seine Mannschaft habe dasTempo erst in der zweiten Halbzeit erhöht «und das reicht nicht, um drei Punkte zu holen.»

Die Gunst der Stunde

Die Aargauer nutzten die Gunst der Stunde und traten vor nur 4551 Zuschauern im Wissen um ihre letzte Chance beherzt auf. Sie verzeichneten in der ersten Halbzeit ein klares Chancenplus, das 2:0 kurz nach der Pause nach einem herrlichen Schuss des Schweden Djuric war mehr als verdient. Erst danach erwachten die Basler aus ihrer Lethargie. Embolos zehnter Saisontreffer leitete die aus Aarauer Sicht hektische letzte halbe Stunde ein. Während das Heimteam abbaute, kam der Serienmeister immer besser auf und dem Ausgleich ein paar Mal ziemlich nahe. Das 2:2 wäre allerdings ein zu guter Lohn für den FCB gewesen.

Der Meister bot drei Tage nach der vorzeitigen Sicherstellung des 18. Titels der Vereinsgeschichte eine Halbzeit lang eine schwache Vorstellung ab. Trainer Paulo Sousa nahm im Vergleich zum Spiel am Sonntag gegen YB in der Startaufstellung neun Änderungen vor. Robin Huser kam zu seinem Debüt, die in dieser Saison kaum eingesetzten Germano Vailati, Arlind Ajeti (27 Liga-Minuten), Philipp Degen und Ahmed Hamoudi (knapp 400 Pflicht-Minuten) durften wieder einmal von Beginn an spielen, nicht jedoch Yoichiro Kakitani, um dessen Verpflichtung im letzten Sommer ein grosses Brimborium gemacht worden war.

FCB-Captain Marco Streller gehörte nicht einmal zum Aufgebot. Zu allem Überfluss kam noch hinzu, dass sich Matias Delgado in der Schlussphase verletzte und der FCB, da das Wechselkontingent bereits erfüllt war, das Spiel in Unterzahl beenden musste. Dafür kam der junge Robin Huser zu seinem Profi-Debüt in Rotblau. Und ausgerechnet der Youngster war der Einzige, mit dem Sousa auch zufrieden war.

GC's Traum von Europa wohl bereits wieder vorbei

Die Grasshoppers haben sich nach dem 0:0 gegen Sion wohl bereits wieder aus dem Kampf um Platz 5 in der Tabelle verabschiedet. Die beiden Teams boten den nur gut 3000 Zuschauern im Zürcher Letzigrund 75 Minuten kaum Unterhaltung und trugen erst am Ende zu einer Verbesserung der tristen Ambiance bei regnerischem Wetter bei. Die Partie, die stark von der Taktik geprägt war, bot erst in der Schlussphase einige (offensive) Höhepunkte.

Das Heimteam, das in Anbetracht der Ausgangslage in der Tabelle unter Zugzwang war, tat sich in der Offensive schwer. Die Mannschaft von Pierluigi Tami erspielte sich kaum eine klare Torchance. Gefährlich wurde es nur in der 78. Minute, als Sions Torhüter Andris Vanins nach einer Freistossflanke von Michael Dingsdag gegen Caio zu spät kam, der Brasilianer den Ball aber neben das Tor spitzelte.

Zwei Aluminiumtreffer für Sion

Die Gäste kamen einem Treffer wesentlich näher - und dies gleich mehrmals. In der 9. Minute traf Daniel Follonier mit einem herrlichen Schlenzer nur den Aussenpfosten, in der Schlussphase hatten der eingewechselte Dario Vidosic sowie Vincent Rüfli den Siegtreffer auf dem Fuss. Erst köpfelte Vidosic nach einer schönen Flanke von Reto Ziegler seinen kurz vor der Torlinie postierten Mitspieler Vilmos Vanczak an (85.), zwei Minuten später traf Rüfli mit einem Schuss aus 15 Metern nur den Innenpfosten.

Sion blieb nach drei Zu-Null-Siegen erneut ohne Gegentreffer und liegt in der Tabelle nun wieder zwei Punkte hinter St. Gallen zurück. Für die Grasshoppers ist der kurze Traum von einer Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation wohl bereits wieder vorbei, weisen die Zürcher doch zwei Runden vor Schluss vier Punkte weniger als die Ostschweizer auf.

Janjatovic' Traumtor in der 93. Minute

Nach fünf Niederlagen in Serie reagiert St. Gallen auf die sportliche Talfahrt. In der 93. Minute erzielt Dejan Janjatovic gegen Thun mit einem Schuss ins Lattenkreuz das glückliche 2:1.

Yannis Tafer belohnte St. Gallen für seine aufopfernde und mutige Spielweise in der 35. Minute mit dem Führungstreffer. Goran Karanovic wurde von zwei Thuner Verteidigern in die Mangel genommen Schiedsrichter Bieri ahndete ein Foul von Andreas Wittwer und zeigte auf den Penaltypunkt. Tafer liess sich die Chance nicht entgehen und buchte sein achtes Saisontor. Kurz zuvor hatte Thuns Torhüter Guillaume Faivre mit einem wachen Reflex die St. Galler Führung noch verhindert. Er lenkte einen Kopfball von Karanovic an die Latte. Diese hatte Gaëtan Karlen schon nach einer Viertelstunde getroffen. Der Thuner Stürmer vergab die Riesenchance freistehend kläglich. Auch Berat Sadik, Nelson Ferreira und nochmals Karlen vergaben gute Thuner Möglichkeiten.

Dennoch zeigten die Berner Oberländer, dass sie die Qualifikation für die Europa League nicht gestohlen haben. Sie kombinierten geschickter und traten selbstbewusster auf. In der 61. Minute wurden sie belohnt. Ferreira setzte sich auf der rechten Flanke durch. Sein Abschlussversuch lenkte Stéphane Besle direkt vor die Füsse von Marco Rojas, worauf der "Kiwi-Messi" zum 1:1-Ausgleich traf. Die Schlussphase gestaltete sich heftig. Zunächst flog Stéphane Besle nach der zweiten Karte vom Platz, danach folgte ihm Thuns Captain Dennis Hediger für sein zweites geahndetes Foul. Und dann schlenzte Janjatovic, der wie der serbische Neuling Danijel Akeksic zu gefallen wusste, den Ball in den letzten Sekunden des Spiels aus 20 Metern ins Lattenkreuz.

Zum Liveticker im Popup

Aarau - Basel 2:1 (1:0)

4551 Zuschauer. - SR Schörgenhofer (Ö).

Tore: 5. Elneny (Eigentor) 1:0. 49. Djuric (Costanzo) 2:0. 62. Embolo (Gashi) 2:1.

Aarau: Mall; Nganga (69. Magyar), Thaler, Garat, Jaggy; Burki, Jäckle; Djuric (74. Gygax), Costanzo, Radice; Senger (67. Andrist).

Basel: Vailati; Degen (58. Albjan Ajeti), Arlind Ajeti (80. Frei), Samuel, Safari; Elneny, Huser; Hamoudi (58. Gashi), Delgado, Callà; Embolo.

Bemerkungen: Aarau ohne Gauracs, Mudrinski, Sliskovic (alle verletzt) und Lüscher (gesperrt), Basel ohne Ivanov, Schär, Zuffi (alle verletzt), Suchy, Xhaka (beide gesperrt) und Streller (nicht im Aufgebot). Super-League-Debüt von Robin Huser. 3. Tor von Garat wegen Offside aberkannt. 81. Delgado verletzt ausgeschieden.

Verwarnungen: 42. Ajeti (Foul). 61. Samuel (Foul). 71. Burki (Reklamieren). 89. Jaggy (Foul).

Grasshoppers - Sion 0:0

3100 Zuschauer. - SR San.

Grasshoppers: Vasic; Lang, Gülen, Grichting, Pavlovic; Dingsdag; Ravet, Fedele (58. Tarashaj), Vadocz, Caio (79. Ben Khalifa); Dabbur (66. Ngamukol).

Sion: Vanins; Rüfli, Vanczak, Ziegler, Pa Modou; Kouassi, Salatic; Follonier (59. Assifuah), Perrier, Carlitos (81. Vidosic); Konaté (75. Akolo).

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Abrashi (verletzt), Sion ohne Christofi, Ndoye, Ramirez, Zverotic (alle verletzt) und Fernandes (gesperrt). 9. Schuss von Follonier an den Aussenpfosten. 87. Schuss von Rüfli an den Innenpfosten.

Verwarnungen: 25. Salatic (Foul). 49. Fedele (Foul). 75. Konaté (Zeitverzögerung). 88. Lang (Foul).

St. Gallen - Thun 2:1 (1:0)

10'590 Zuschauer. - SR Bieri.

Tore: 35. Tafer (Foulpenalty) 1:0. 68. Rojas (Ferreira) 1:1. 93. Janjatovic 2:1.

St. Gallen: Lopar; Thrier, Gelmi, Besle, Facchinetti; Everton; Tafer, Janjatovic, Aleksic (80. Mathys), Rodriguez (70. Tréand); Karanovic (73. Cavusevic).

Thun: Faivre; Glarner, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Hediger, Siegfried; Ferreira, Sadik, Rojas (84. Frontino); Karlen (59. Munsy).

Bemerkungen: St. Gallen ohne Russo (verletzt), Kapiloto (krank), Aratore und Demiri (nicht im Aufgebot). Thun ohne Causi, Gonzalez, Mangold, Schindelholz, Schenkel und Schirinzi (alle verletzt). 15. Lattenschuss von Karlen. 32. Faivre lenkt Kopfall von Karanovic an die Latte. 54. Tor von Karanovic wegen abseits annulliert. 87. Gelb-Rote Karte gegen Besle (Foul). 90. Gelb-Rote Karte gegen Hediger (Foul).

Verwarnungen: 2. Sadik. 35. Wittwer, 42. Hediger, 66. Gelmi. 73. Besle (alle Foul). 91. Janjatovic (Unsportlichkeit).

(ete/si)

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