Cup-Achtelfinals: Aarau wirft St. Gallen raus - Thun und Sion weiter
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Cup-AchtelfinalsAarau wirft St. Gallen raus - Thun und Sion weiter

Der FC Aarau wirft den FC St. Gallen in der Verlängerung des Achtelfinals aus dem Schweizer Cup. Sion und Thun ziehen problemlos eine Runde weiter.

De Entscheidung zwischen Aarau und St. Gallen vor 6100 Zuschauern im Brügglifeld fiel in der Verlängerung, die nach den torlosen 90 Minuten bei bitterer Kälte notwendig geworden war. Neuzuzug Sven Lüscher in der 96. Minute und der ehemalige St. Galler David Marazzi in der 112. Minute - beide waren im Verlauf der Partie eingewechselt worden - stellten das zuvor von den Ostschweizern bestimmte Spiel mit ihren Toren auf den Kopf.

St. Gallen bestimmte die Gangart und gab das Spieldiktat vor. Aarau war häufig vom Tempo überfordert. Doch die Ostschweizer vermochten aus einem guten halben Dutzend teils erstklassiger Chancen kein Kapital zu schlagen. Der Abschluss war kläglich. Franck Etoundi, der in der Halbzeit wegen einer Verletzung ersetzt werden musste, traf in der 3. Minute nur den Pfosten, Kristian Nushi kurz vor Ende der regulären Spielzeit nur die Latte. Sonst versiebten Abegglen, Sutter, Mathys, Scarione, Besle und Co. die besten Chancen. «Wir schiessen keine Tore», klagte St. Gallens Trainer Jeff Saibene, der sechs Jahre als Spieler und später auch als Trainer beim FCA tätig gewesen war. «Wir müssen in der Offensive bald eine Lösung finden.»

Aarau wurde für seinen Kampfgeist und seine mannschaftliche Geschlossenheit belohnt. Das Team von René Weiler gab sich nie auf. «St. Gallen war klar stärker, aber wir glaubten immer an unsere Chance», so Weiler, der von 2005 bis 2007 bei den Ostschweizern als Sportchef tätig gewesen war. Und Davide Callà, auch er ein ehemaliger St. Galler, ergänzte: «Wir können nichts dafür, wenn die anderen das Tor nicht treffen.» Die Aarauer wurden für ihren Kampfgeist mit dem zweiten Sieg im achten Cup-Duell mit den Ostschweizern und dem damit verbundenen Weiterkommen belohnt. Sie duellieren sich nun am 27. Februar in einem weiteren Heimspiel mit den Grasshoppers, dem Leader der Super League, um den Einzug in die Halbfinals.

Krienser Protest

Im Gegensatz zu St. Gallen gaben sich die weiteren Super-League-Vertreter Sion und Thun bei ihren Auftritten bei unterklassigen Vereinen keine Blösse. Sion feierte im ersten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Victor Muñoz beim Erstligisten Kriens einen problemlosen 4:0-Sieg. Die Luzerner legten allerdings Protest gegen die Wertung des Spiels ein. Aus ihrer Sicht hätte der Walliser Verteidiger Adailton noch eine Spielsperre absitzen müssen und nicht eingesetzt werden dürfen. Der Brasilianer hatte im letztjährigen Cup-Halbfinal gegen Luzern (0:1) eine Verwarnung erhalten, welche eine Spielsperre nach sich zog. Im Sommer verliess Adailton das Wallis Richtung China und war erst in der Winterpause wieder zurückgekehrt.

(Vorläufiger) Matchwinner für die Gäste auf dem Spielfeld war der Nordire Kyle Lafferty, der vor der Pause mit einer Doublette die Partie vorentschied. In der 81. Minute traf der kamerunische Stürmer Yannick Ndjeng zum 3:0, den Schlusspunkt setzte Dragan Mrdja, der in der Nachspielzeit einen an ihm verschuldeten Foulpenalty verwertete. Bei Sion vermochten die Neueinkäufe Ndjeng und Gelson Fernandes zu überzeugen. Der Schweizer Internationale gab sein Debüt im linken Mittelfeld und zeigte sich bis zu seiner Auswechslung sehr laufstark.

Thun empfängt den FCB

Einen gelungenen Einstand feierte auch Urs Fischer als Trainer beim FC Thun. Die Berner Oberländer gewannen in Wohlen 2:1 und konnten sich dabei auf dem schwer bespielbaren Terrain sogar den Luxus leisten, einen Penalty zu verschiessen. Enrico Schirinzi scheiterte in der 22. Minute am glänzend reagierenden Torhüter Flamur Tahiraj. Besser machte es eine knappe Viertelstunde später Nelson Ferreira, als er einen Konter erfolgreich zum 1:0 abschloss. Nach der Pause erhöhte Marco Schneuwly für den Favoriten auf 2:0, dem Gastgeber gelang durch Cristian Ianu erst kurz vor Schluss der Anschlusstreffer (87.).

Als Belohnung für den Sieg empfangen die Thuner nun in den Viertelfinals den Titelverteidiger FC Basel. Sion bestreitet in Lausanne ein weiteres Auswärtsspiel. Wil, neben Aarau der einzig verbliebene Vertreter der Challenge League, empfängt in der AFG-Arena in St. Gallen den FC Zürich. Die Partien sind für den 27. Februar terminiert.

Kriens - Sion 0:4 (0:2)

Kleinholz. - 1500 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 23. Lafferty 0:1. 37. Lafferty 0:2. 83. Ndjeng 0:3. 92. Mrdja (Foulpenalty) 0:4.

Sion: Vanins; Sauthier, Adailton (65. Aislan), Dingsdag, Bühler; Basha, Gattuso, Gelson Fernandes (80. Crettenand); Lafferty (76. Mrdja), Léo, Ndjeng.

Bemerkungen: Sion ohne Margairaz, Yoda (beide verletzt) und Darragi (Afrika Cup).

Aarau - St. Gallen 2:0 (0:0, 1:0) n.V.

Brügglifeld. - 6100 Zuschauer. - SR Klossner.

Tore: 96. Lüscher 1:0. 112. Marazzi 2:0.

Aarau: Mall; Widmer, Jäckle, Garat, Nganga; Burki, Ionita: Buess (54. Lüscher), Schultz (64. Foschini), Callà; Senger (98. Marazzi).

St. Gallen: Herzog; Mutsch, Montandon, Besle, Pa Modou; Janjatovic, Nater; Mathys (111. Martic), Scarione, Sutter (78. Nushi); Etoundi (46. Abegglen).

Bemerkungen: Aarau ohne Staubli (verletzt), St. Gallen ohne Cavusevic und Lehmann (beide verletzt), Tadic und Hämmerli (beide nicht im Aufgebot) und Lopar (Ersatz). 3. Pfostenschuss von Etoundi. 90. Lattenschuss von Nushi. 22. Tor von Ionita wegen Handspiel aberkannt. Verwarnungen: 29. Garat, 67. Foschini, 96. Pa Modou, 104. Besle (alle Foul).

Wohlen - Thun 1:2 (0:1)

Niedermatten. - 1450 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Tore: 35. Ferreira 0:1. 60. Schneuwly 0:2. 88. Ianu 1:2.

Thun: Faivre; Lüthi, Reinmann, Ghezal, Schirinzi; Zuffi; Ferreira, Bättig, Demiri (84. Salamand), Steffen (76. Wittwer); Schneuwly. -

Bemerkungen: 22. Tahiraj hält Foulpenalty von Schirinzi. Wohlen ohne Rapisarda (gesperrt), Bijelic (verletzt), Thun ohne Sadik (noch nicht spielberechtigt), Hediger und Cassio (beide verletzt). (si)

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