Nach Vandalenakt: Aare-Temperatur-Anzeige wird zugemauert
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Nach VandalenaktAare-Temperatur-Anzeige wird zugemauert

Am Montag schlug die letzte Stunde für die Wassertemperatur-Anzeige beim Schönau-Steg. Wegen wiederholten Vandalismus-Schäden wurde sie zugemauert.

von
Thomas Kohler

Stein für Stein verschwindet die Temperatur-Anzeige der Messstation Schönau langsam hinter der sorgfältig aufgerichteten Mauer von Handwerker Willi Tschannen. «Es ist sehr schade, dass wir die Anzeige nun definitiv zumauern müssen. Damit verschwindet ein Stück Tradition», findet der Mitarbeiter des Bundesamtes für Umwelt (BafU). Seit beinahe 80 Jahren konnten die Aare-Schwimmer an der Messstation Bern-Schönau die aktuelle Temperatur, den Wasserstand und die Abflussmenge der Aare ablesen. Zuerst mit Limnigraf mit Nadel auf einem Papierbogen und seit 2007 an einem Bildschirm. «Ich wurde in den letzten Jahren von sicher über 100 Leuten auf die Anzeige angesprochen, alle hatten Freude daran», sagt Tschannen.

Scheibe wurde mehrmals jährlich eingeschlagen

Diese Freude hat nun ein Ende. Schuld daran sind wiederholte Vandalismus-Schäden. «Vandalen haben mehrmals mit Steinen und Hämmer gezielt das schützende Panzerglas zertrümmert», sagt Karim Michel von der Abteilung Hydrologie des BafU gegenüber dem «Bund». Zwei bis dreimal pro Jahr sei die zwei Zentimeter dicke Scheibe eingeschlagen worden. «Der Ersatz kostete über 1000 Franken. Die hohen Kosten konnten wir nicht länger akzeptieren», sagt Michel.

Dass die Anzeige nun verschwindet, stösst bei der Bevölkerung auf Bedauern. Auf einem kleinen Plakat, auf welchem die Temperatur-Anzeige sowie der Spruch «Messstation kaputt machen ist doof» abgebildet ist, liess ein unbekannter Messstation-Fan seinem Frust freien Lauf. Aber auch vor dieser Mahnung machten die Vandalen keinen Halt: «Das Plakat wurde kurze Zeit später angezündet», erzählt Tschannen betrübt.

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